https://www.faz.net/-gpf-wg4a

Israel : Drei Tote bei Anschlag auf Einkaufszentrum

  • Aktualisiert am

Die Polizei am Ort des Anschlags in Dimona Bild: AP

Bei einem Anschlag in Dimona im Süden Israels sind eine Israelin und die beiden Attentäter getötet worden. Zu der Tat bekannten sich mehrere Palästinenserorganisationen. Die Täter stammten angeblich aus dem Gazastreifen und sollen über Ägypten eingesickert sein.

          2 Min.

          Beim ersten Selbstmordanschlag in Israel seit einem Jahr sind in Dimona im Süden des Landes drei Menschen getötet worden - die beiden palästinensischen Attentäter und eine Israelin. Wie der israelische Rundfunk am Montag unter Berufung auf die Polizei weiter berichtete, wurden bei dem Attentat vor einem Einkaufszentrum außerdem elf Menschen verletzt; einer von ihnen schwebe in Lebensgefahr.

          Zu dem Anschlag bekannten sich mehrere Palästinenserorganisationen, darunter auch die Al-Aqsa-Brigaden, der militärische Arm der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Die militante Hamas bezeichnete den Anschlag als „heldenhafte Tat“. Ihr Sprecher Sami Abu Suhri nannte sie eine „natürliche Antwort auf die Verbrechen der Besatzung“ und rief zu weiteren Anschlägen auf.

          Abbas verurteilt den Anschlag

          Israels Ministerpräsident Ehud Olmert berief eine Dringlichkeitssitzung seiner Sicherheitsexperten ein. Die israelische Polizei wurde landesweit in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Der stellvertretende Ministerpräsident Eli Jischai von der ultra-orthodoxen Schas-Partei forderte, die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern sofort zu beenden. Andere Minister, darunter Verteidigungsminister Ehud Barak, sprachen sich für den Bau eines Sicherheitszaunes entlang der etwa 200 Kilometer langen Grenze Israels zu Ägypten aus.

          Palästinenserpräsident Abbas verurteilte den Anschlag. Nach palästinensischen Angaben stammen die beiden Selbstmordattentäter aus dem Gazastreifen. Israel hatte nach der gewaltsamen Öffnung der Grenze des Gazastreifens zu Ägypten vor etwa zwei Wochen bereits auf die drohende Gefahr von Anschlägen durch palästinensische Selbstmordattentäter hingewiesen. Diese könnten von Ägypten aus über eine durchlässige Grenze nach Israel eingedrungen sein.

          Ägyptische Sicherheitskräfte nahmen am Montag nach eigenen Angaben auf ihrer Seite des Grenzübergangs zum Gazastreifen bei Rafah einen bewaffneten Palästinenser fest. Der Mann habe große Mengen Sprengstoff bei sich gehabt, hieß es. Seit vergangenem Freitag wurden auf der Halbinsel Sinai insgesamt 15 bewaffnete Palästinenser festgenommen.

          Armee tötet drei Palästinenser

          Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen kam Stunden nach dem Selbstmordanschlag nach palästinensischen Angaben ein Mensch ums Leben. Nach Darstellung einer Armeesprecherin wurden Mitglieder der militanten Volkswiderstandskomitees im nördlichen Gazastreifen angegriffen. In Kabatija im Westjordanland hatten israelische Soldaten am Morgen zwei Kämpfer der radikalen Palästinensergruppe Islamischer Dschihad getötet.

          Der Anschlag ereignete sich vor dem Eingang zu einem Einkaufszentrum im Stadtzentrum von Dimona. Nach Augenzeugenberichten wurde einer der beiden palästinensischen Attentäter bei der Explosion verletzt, so dass er seinen eigenen Sprengsatz nicht zünden konnte. Ein Sanitäter berichtete, er habe ihn erst behandelt und dann den Mantel geöffnet. Nachdem er einen Sprengstoffgürtel gesehen habe, habe er die Polizei informiert. Der Attentäter sei dann erschossen worden, bevor er seinen Sprengsatz zünden konnte.

          Es handelt sich um den ersten Selbstmordanschlag in Israel seit dem 29. Januar vergangenen Jahres. Bei dem Attentat eines Palästinensers waren seinerzeit im Badeort Eilat insgesamt vier Menschen ums Leben gekommen. Die Stadt Dimona liegt in der Negev-Wüste im Süden des Landes. Sie hat rund 40.000 Einwohner. In der Nähe wurde in den sechziger Jahren mit französischer Unterstützung ein Atomkraftwerk gebaut.

          Weitere Themen

          Zeichen gegen das Gift

          Nach dem Terrorakt in Hanau : Zeichen gegen das Gift

          Hanau steht unter Schock: Der Bundespräsident spricht von einer tiefen Wunde. Vertreter der Migranten-Community fordern von Innenminister Seehofer mehr Sicherheit. Und Hessens Ministerpräsident sagt, er könne die Angst verstehen.

          Topmeldungen

          Nach dem Terrorakt in Hanau : Zeichen gegen das Gift

          Hanau steht unter Schock: Der Bundespräsident spricht von einer tiefen Wunde. Vertreter der Migranten-Community fordern von Innenminister Seehofer mehr Sicherheit. Und Hessens Ministerpräsident sagt, er könne die Angst verstehen.
          Lautsprecher: Johannes Kahrs im Bundestag

          Neuer Wehrbeauftragter? : Platz da, hier kommt Kahrs!

          Johannes Kahrs ist ein mächtiger SPD-Politiker im Bundestag und berüchtigt für seine robusten Methoden. Jetzt scheint er den Posten des Wehrbeauftragten anzustreben. Von einem geheimen Deal mit dem Fraktionschef ist die Rede.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.