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Nach Vorwurf Israels : Iran weist Verantwortung für Angriff auf Öltanker zurück

  • Aktualisiert am

Der Tanker „Mercer Street“ im Januar 2016 vor der Küste Kapstadts Bild: AP

Israels Außenminister Lapid wirft Iran vor, einen Öltanker eines israelischen Unternehmens im Indischen Ozean angegriffen zu haben. Aus Iran kommen widersprüchliche Äußerungen.

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          Iran hat den Vorwurf Israels zurückgewiesen, für einen Angriff auf einen Öltanker im Indischen Ozean verantwortlich zu sein. Die Anschuldigungen „des zionistischen Regimes“ seien „unbegründet“, sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh am Sonntag auf einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Israel müsse mit derlei Anschuldigungen gegen den Iran aufhören.

          Israel hat Iran beschuldigt, für den Angriff auf den Tanker „MT Mercer Street“ verantwortlich zu sein. Bei dem mutmaßlichen Drohnenangriff auf das von der Firma eines israelischen Unternehmers betriebene Schiff eines japanischen Eigners im nördlichen Indischen Ozean waren am Donnerstag zwei Besatzungsmitglieder getötet worden. Darauf müsse es eine scharfe internationale Reaktion geben, forderte der israelische Außenminister Jair Lapid. Er habe israelische Diplomaten angewiesen, sich für eine UN-Reaktion auf das „terroristische“ Vorgehen Teherans einzusetzen.

          „Iran ist nicht nur ein Problem Israels, sondern ein Exporteur von Terrorismus, Zerstörung und Instabilität, die uns allen schadet“, schrieb Lapid am Freitagabend auf Twitter. „Wir dürfen angesichts des iranischen Terrorismus, der auch die Freiheit der Schifffahrt beeinträchtigt, niemals schweigen.“

          Amerikanische Marinesoldaten, die nach einem Notruf der Besatzung des Öltankers zur Hilfe geeilt seien, hätten vor Ort Belege für die Art des Anschlags gesehen, hieß es in einer Mitteilung des amerikanischen Armee. Es gebe „klare“ Hinweise auf einen Drohnen-ähnlichen Angriff.

          „Antwort auf einen israelischen Angriff“

          Laut der Betreiberfirma Zodiac Maritime, die dem israelischen Milliardär Eyal Ofer gehört, wurden bei dem Angriff ein Rumäne und ein Brite getötet. Das Schiff befand sich demnach auf dem Weg vom tansanischen Daressalam nach Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Fracht sei zum Zeitpunkt des Angriffs keine an Bord gewesen. Die staatliche Nachrichtenagentur im Oman meldete, der Tanker sei von der Marine des Landes abgefertigt worden. Der Angriff auf das Schiff habe sich außerhalb des Seegebiets des Sultanats ereignet.

          Der iranische Staatssender Al-Alam hatte unter Berufung auf „informierte regionale Kreise“ berichtet, der Angriff auf die „MT Mercer Street“ sei eine „Antwort auf einen kürzlich erfolgten israelischen Angriff“ auf einen syrischen Flughafen gewesen. Weitere Angaben machte der Sender nicht. In der Golfregion gibt es immer wieder Angriffe auf Schiffe, die Experten als Teil eines Schattenkrieges zwischen Israel und dem Iran werten. Analysten von der auf maritime Sicherheit spezialisierten Beratungsfirma Dryad Global erklärten, der Angriff auf die „MT Mercer Street“ sei die „fünfte Attacke auf ein Schiff, das in Verbindung mit Israel steht“.

          Der Iran-Experte Meir Dschavendanfar von der israelischen Hochschule IDC in Herzlia bezeichnete den Anschlag als Eskalation im Konflikt zwischen Israel und Iran. Eine Veränderung in der Dynamik des Konflikts erwarte er trotzdem nicht. „Beide Seiten werden fortsetzen, was sie tun“, prognostizierte er.

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