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Israel : Netanjahu vor Wahlsieg bei Parlamentswahl

  • Aktualisiert am

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Bild: dpa

Das Lager von Israels Regierungschef kommt nach der Auszählung fast aller Stimmen auf eine Parlamentsmehrheit. Benjamin Netanjahu könnte damit als erster Ministerpräsident Israels eine fünfte Amtszeit antreten.

          Das rechte Lager um Regierungschef Benjamin Netanjahu hat nach Auszählung fast aller Stimmen bei der Parlamentswahl in Israel einen deutlichen Vorsprung erzielt. Netanjahus rechtskonservativer Likud habe 35 von 120 Mandaten erhalten, gleichauf mit dem Oppositionsbündnis des früheren Militärchefs Benny Gantz, Blau Weiß, berichteten israelische Medien nach Auszählung von 97 Prozent der abgegebenen Stimmen. Insgesamt kam das Lager rechter und religiöser Parteien jedoch auf 65 Mandate, das Mitte-Links-Lager dagegen auf 55 Mandate. Daher ist davon auszugehen, dass Netanjahu abermals mit der Regierungsbildung beauftragt wird.

          Netanjahu würde als erster israelischer Regierungschef eine fünfte Amtszeit antreten. Umfragen vor der Wahl hatten allerdings auf Verluste für ihn hingedeutet. Das offizielle Wahlergebnis wird im Verlauf des Mittwoch erwartet.

          „Unvorstellbarer Sieg“

          Sowohl Netanjahu als auch sein Herausforderer Gantz hatten noch in der Wahlnacht ihren Sieg erklärt. In seiner Siegesrede sprach der 69-jährige Netanjahu von einem „unvorstellbaren Erfolg“.

          Der oppositionelle Ex-Militärchef Gantz sprach zuvor von „einem historischen Tag für Israel“. Die größte Partei müsse den Auftrag zur Regierungsbildung bekommen, sagte er. Prognosen hatten sein Bündnis nach Schließung der Wahllokale noch vorn gesehen. „Wir danken Netanjahu für seine Dienste“, sagte Gantz, als ob die Wahl schon entschieden sei.

          Dem Amtsinhaber Netanjahu droht eine Anklage wegen mutmaßlicher Korruption in drei Fällen. Allerdings konnte der Regierungschef zuletzt außenpolitische Erfolge verbuchen. So erhielt er Unterstützung von Amerikas Präsident Donald Trump, der die amerikanische Botschaft nach Jerusalem verlegte und die Golanhöhen offiziell als israelisches Staatsgebiet anerkannte. Israel hatte das Gebiet 1967 von Syrien erobert und 1981 annektiert.

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