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Kampf gegen Corona : Israel beginnt mit Corona-Impfung von Jugendlichen

  • Aktualisiert am

Schutz auch für Jugendliche: Impfung eines Teenagers am Samstag in Tel Aviv Bild: AFP

Israel tut, woran in anderen Ländern noch nicht einmal zu denken ist: Das Land lässt jetzt auch Jugendliche gegen Covid-19 impfen. Sie sollen so bald wie möglich wieder zur Schule gehen können.

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          Als eines der ersten Länder weltweit hat Israel mit der Impfung von Teenagern gegen das Coronavirus begonnen. Die ersten Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren wurden am Samstag geimpft, wie israelische Medien am Sonntag berichteten. Erforderlich ist dafür eine Genehmigung der Eltern. Damit soll Schülern, die vor dem Abitur stehen, wieder die Teilnahme an Präsenzunterricht in den Schulen ermöglicht werden.

          Am Freitag und Samstag, dem Wochenende in Israel, wurden insgesamt 195.000 Personen geimpft, teilte Gesundheitsminister Juli Edelstein am Sonntag auf Twitter mit. Von den etwa neun Millionen Einwohnern des Landes hätten inzwischen 2,5 Millionen die erste Dosis und fast eine Million bereits die zweite Dosis erhalten. Der Impfstoff ist (in der EU) ab 16 Jahren  zugelassen.

          Israel ist nicht nur das Land, das weltweit am schnellsten impft, sondern auch dasjenige, welches gemessen an der Einwohnerzahl die meisten Dosen des Biontech-Impfstoffs geliefert bekommen hat. Grund dafür ist wohl weniger der höhere Preis, den Israel an Pfizer zahlt, sondern vor allem ein Abkommen mit dem Impfstoffhersteller, wesentliche Daten über den Impfprozess, Nebenwirkungen und medizinische Auswirkungen mit dem Unternehmen zu teilen.

          Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte das im Januar zu einem Dienst an der Allgemeinheit: „Israel wird mit Pfizer und der ganzen Welt die statistischen Daten teilen, die helfen, Strategien zu finden, um das Coronavirus zu schlagen“, so Netanjahu. Datenschützer äußerten sich dagegen besorgt über die Weitergabe von Patientendaten. Einige vermuten, Pfizer gehe es vor allem um Zugang zu der seit vielen Jahren digitalisierten israelischen Impfdatenbank, die vom Gesundheitsministerium verwaltet wird.

          Infektionszahlen sinken kaum

          Ungeachtet eines mehrwöchigen Lockdowns seien die Infektionszahlen bislang nicht stark genug gesunken, sagte Gesundheitsminister Edelstein am Sonntag weiter. Die israelische Regierung berät deshalb an diesem Sonntag über eine zweiwöchige Schließung des internationalen Flughafens Ben Gurion für die meisten Flüge. Ziel ist es, die Einschleppung weiterer Virus-Varianten zu verhindern. Bis zu 40 Prozent der Neuerkrankungen gehen nach amtlichen Angaben auf eine Mutation zurück, die aus Großbritannien kommt. In jüngster Zeit gab es auch mehrere Fälle schwerer Erkrankungen von Schwangeren und Kindern.

          Unterdessen intensivierte die Bundespolizei am größten deutschen Flughafen Frankfurt am Sonntag die Kontrollen bei Flügen aus 32 Hochrisikogebieten der Corona-Pandemie, darunter neuerdings auch Israel. Dabei werden auch die erforderlichen Einreisevoraussetzungen konsequent überprüft, teilte die Bundespolizeidirektion in Frankfurt mit. Sogenannte Hochinzidenzgebiete sind Länder mit deutlich höheren Infektionszahlen als in Deutschland. Der Grenzwert ist in der Regel eine Inzidenz von 200. Zahlreiche Länder sind bereits in diese Kategorie eingeordnet. Am Sonntag kamen neben Israel auch Estland, Portugal und die Vereinigten Arabischen Emirate hinzu. Letztere liegen in der weltweiten Impfstatistik hinter Israel auf Platz zwei.

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