https://www.faz.net/-gpf-9kfe3

Bruch einer Waffenruhe : Islamistische Miliz tötet 21 syrische Soldaten

  • Aktualisiert am

Die Provinz Idlib ist durch den Bürgerkrieg stark zerstört (Symbolbild). Bild: AFP

Die Islamistengruppe Ansar al-Tauhid habe die Regierungstruppen im Morgengrauen angegriffen, berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Gruppe gilt als Ableger von Al Qaida in Syrien.

          1 Min.

          Eine syrische Dschihadistenmiliz mit Verbindungen zu Al Qaida hat am Sonntag 21 Kämpfer syrischer Regierungstruppen und verbündeter Milizen nahe der Provinz Idlib getötet. Zudem seien fünf Dschihadisten bei den Gefechten im Dorf Masasna im Norden der Nachbarprovinz Hama ums Leben gekommen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Islamistengruppe Ansar al-Tauhid habe die Regierungstruppen im Morgengrauen angegriffen, hieß es von der oppositionsnahen Beobachtungsstelle, die ihre Informationen von Aktivisten vor Ort bezieht.

          Ansar al-Tauhid hat Verbindungen zu der größeren Dschihadistengruppe Hurras al-Din, die in der Region ebenfalls aktiv ist. Beide gelten als halboffizielle Ableger Al Qaidas in Syrien. Idlib und kleine Teile der Nachbarprovinzen Hama und Aleppo werden vor allem von der rivalisierenden Dschihadistenallianz Hajat Tahrir al-Scham (HTS) kontrolliert.

          Der Angriff war nach Angaben der Beobachtungsstelle einer der tödlichsten Verstöße gegen das sechs Monate alte Waffenstillstandsabkommen in der Region. Die im September zwischen Russland und der Türkei ausgehandelte Vereinbarung sieht vor, den Einfluss der HTS-Dschihadisten und anderer radikaler Gruppen in Idlib zu reduzieren.

          Mit der Vereinbarung ist es zwar bisher gelungen, eine Offensive des syrischen Machthabers Baschar al-Assad auf Idlib abzuwenden. Allerdings wurde die Pufferzone bis heute nicht komplett umgesetzt, und auch die Waffenruhe in Idlib wird von beiden Seiten immer wieder verletzt.

          Unterdessen setzte die kurdische Verwaltung in Nordsyrien 283 Menschen mit mutmaßlichen Verbindungen zur Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) wieder auf freien Fuß. Sie hätten „kein Blut an ihren Händen“, hieß es am späten Samstagabend zur Begründung. Die Freilassung sei eine Geste der „Kooperation, Brüderlichkeit und Milde“. Die Männer wurden an mehreren Orten in Nordsyrien freigelassen, unter anderem in Rakka, der früheren de-facto-Hauptstadt des IS-Gebiets.

          Kämpfer der kurdisch-arabischen Allianz haben eine wichtige Rolle im Kampf gegen den IS gespielt und befinden sich derzeit in der entscheidenden Offensive gegen die letzte Bastion der Dschihadistenmiliz in Ostsyrien.

          Weitere Themen

          Langsam kreist der Sputnik

          Russland startet Massenimpfung : Langsam kreist der Sputnik

          Russland startet eine „Massenimpfung“ mit seinem heimischen Impfstoff. Dessen Testphase soll erst im Mai abgeschlossen sein. Die Verantwortlichen sagen trotzdem: Wird schon!

          Österreichs Durchhalteparolen

          Lockdown verlängert : Österreichs Durchhalteparolen

          In Österreich wird der Lockdown vorerst bis zum 8. Februar verlängert. Bundeskanzler Sebastian Kurz begründet das vor allem mit dem „Briten-Virus“. In Wien demonstrieren derweil Tausende gegen die Corona-Politik der Regierung.

          Topmeldungen

          Marylyn Addo und ihr Team arbeiten an einem Corona-Impfstoff.

          Forscherin Addo im Interview : „Ich erwarte im Frühjahr eine Entspannung“

          Infektiologin Marylyn Addo forscht mit ihrem Team selbst an einem Corona-Impfstoff, hat dabei aber gerade einen Rückschlag erlebt. Im Interview spricht sie über ihre Arbeit, mangelnde Impfbereitschaft, Virus-Mutationen und Lockdown-Effekte.

          Nach Laschets Wahl : Der knappe Sieg des Merkelianers

          Der künftige CDU-Vorsitzende Armin Laschet steht nun vor zwei Herausforderungen. Zum einen muss er Friedrich Merz einbinden, zum anderen seine Umfragewerte verbessern. Nur dann dürfte er Kanzlerkandidat werden.
          Das Symbol für Ethereum

          Digitalwährung Ether : Besser als Bitcoin

          Alle Welt ist im Bitcoin-Rausch. Dabei gibt es eine Alternative, die viel interessanter ist: Ether. Doch was macht die Digitalwährung so besonders?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.