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Islamistische Attacken : Hollande warnt vor Panik

  • Aktualisiert am

Staatspräsident François Hollande Bild: dpa

Nach zwei womöglich islamistischen Attacken in Frankreich warnen Präsident Hollande und Innenminister Cazeneuve vor „voreiligen Schlüssen“. Alle Sicherheitskräfte seien aber im Zustand „äußerster Wachsamkeit“.

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          Nach zwei möglicherweise islamistischen Attacken in Frankreich hat Präsident François Hollande seine Landsleute vor „Panik“ gewarnt. Alle Sicherheitskräfte seien im Zustand „äußerster Wachsamkeit“, versicherte der Präsident am Montag bei einer Kabinettssitzung in Paris. Unklar war zunächst, ob auch die Attacke mit einem Auto am Sonntagabend im ostfranzösischen Dijon mit 13 verletzten Passanten einen islamistischen Hintergrund hatte.

          Hollande hob hervor, nach den beiden Angriffen vom Wochenende dürfe „man nicht in Panik verfallen“, wie Regierungssprecher Stéphane Le Foll mitteilte. Der Sprecher betonte, bislang gebe es keine Verbindung zwischen den zwei Taten.

          Polizisten in Dijon bei der Spurensicherung
          Polizisten in Dijon bei der Spurensicherung : Bild: AFP

          Noch unklar ist der Hintergrund der Attacke vom Sonntagabend in Dijon: Ein 40 Jahre alter Mann raste in der Innenstadt gezielt in mehrere Fußgängergruppen und verletzte dabei 13 Menschen, von denen sechs am Montag noch im Krankenhaus waren. Dabei schrie der Täter „Allah Akbar“ (arabisch: Gott ist groß). Er trug auch ein traditionelles arabisches Gewand. Zudem soll er seine Angriffe damit begründet haben, dass er für „die Kinder Palästinas“ handle. Der Täter wurde festgenommen.

          „Keine voreiligen Schlüsse“

          Innenminister Bernard Cazeneuve warnte bei einem Besuch in Dijon jedoch vor voreiligen Schlüssen“  zu den Motiven des Angreifers. Er sprach von einer möglicherweise „beeinträchtigten Urteilsfähigkeit“ des Mannes. Zuvor hatte es aus Ermittlerkreisen geheißen, der Mann habe „das Profil eines Psychopathen“ und sei offenbar in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt worden. Der Polizei war er lediglich wegen kleinerer Delikte aus den neunziger Jahren bekannt.

          Ein islamistischer Hintergrund gilt hingegen bei der ersten Attacke vom Wochenende als wahrscheinlich. Dabei hatte ein 20-Jähriger am Samstag - ebenfalls unter „Allah Akbar“-Rufen - mit einem Messer drei Polizisten in einem Kommissariat im zentralfranzösischen Joué-lès-Tours angegriffen. Der Täter, der von der Polizei erschossen wurde, war zum Islam konvertiert und hatte wenige Tage vor der Tat das Bild einer Fahne der in Syrien und im Irak kämpfenden Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) auf seiner Facebook-Seite eingestellt.

          Nach Angaben aus Ermittlerkreisen handelte es sich bei dem Angreifer um einen Mann, der der Polizei wegen Drogenhandels, Erpressung, Ladendiebstahls und Hehlerei bekannt war. Der in Burundi in einer christlichen Familie geborene Franzose sei aber nicht wegen „terroristischer Aktivitäten“ bekannt gewesen. Der Bruder des Getöteten war hingegen wegen seiner radikalen Ansichten bei der französischen Polizei aufgefallen und hatte nach Syrien ausreisen wollen. Er wurde am Montag in Burundi festgenommen, wie der dortige Geheimdienst bekanntgab.

          Die Ermittlungen zu Joué-lès-Tours übernahm die für Terrorismus zuständige Staatsanwaltschaft. Unklar war, ob der Mann aus eigenem Antrieb oder auf Anweisung etwa der Miliz IS handelte. Die Extremistenorganisation hatte mehrfach zu Anschlägen insbesondere auch in Frankreich aufgerufen. Innenminister Cazeneuve sagte in Dijon, jeder in Frankreich wisse, dass die Bedrohung „real“ sei. Er hob aber hervor: „Gegen die Angst zu kämpfen, heißt gegen den Terrorismus zu kämpfen.“

          Die Vereinigung der Moscheen Frankreichs (UMF) verurteilte die Tat. Die islamistische Miliz IS fordert ihre Anhänger seit Monaten zu Anschlägen in Europa oder den Vereinigten Staaten auf. Frankreich, das sich an der internationale Koalition gegen IS mit Luftangriffen im Irak beteiligt, wurde mehrfach explizit als Ziel genannt. Dabei hatten die Extremisten auch darauf hingewiesen, dass für derartige Angriffe keine ausgefeilten Anschlagspläne nötig seien, sondern dass ein Messer oder ein Auto als Waffe genügten.

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