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„Wir würden zur Zielscheibe“ : Keine Schule für Samuel Paty

Rosensträuße zum Gedenken an den ermordeten Lehrer Samuel Paty an der Fassade seiner Schule in Conflans-Sainte-Honorine im Oktober 2020 Bild: AP

Eine Schule in Südfrankreich sollte nach dem von einem radikalen Islamisten ermordeten Lehrer Samuel Paty benannt werden. Aber Lehrer, Eltern und Schüler lehnten das ab – aus Angst vor weiteren Terroranschlägen.

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          „Collège Samuel Paty“ sollte in großen Lettern an der sandfarbenen Fassade der Schule von Ollioules westlich von Toulon stehen, gleich neben der französischen Flagge. Der Bürgermeister war wie die meisten in Frankreich zutiefst darüber erschüttert, wie Islamisten einen Geschichtslehrer mit einer Hetzkampagne einem radikalisierten Mörder ausgeliefert hatten, nur weil er im Unterricht über eine Mohammed-Karikatur aus der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ gesprochen hatte.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Deshalb wollte er in der beschaulichen Kommune an der Côte d’Azur die Schüler durch die Namensgebung an das Schicksal Patys erinnern, der am 16. Oktober ermordet wurde. Unter den Komplizen des Mörders waren vermutlich auch Patys Schüler, gegen fünf von ihnen läuft ein Strafverfahren. „Für mich wäre es ein starkes Symbol an die Schüler gewesen, dass wir uns dem Hass der Islamisten nicht beugen“, sagte Bürgermeister Robert Beneventi von der rechtsbürgerlichen Partei Les Républicains (LR).

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