https://www.faz.net/-gpf-80b23

IS-Terror : Mehr als 200 Christen in Syrien verschleppt

  • Aktualisiert am

Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat während einer Kampfpause in der syrischen Provinz Hassaka (dieses Bild wird auf einem militanten Netzwerk verbreitet) Bild: AP

Nach Angaben von Aktivisten haben Kämpfer der IS-Terrormiliz noch viel mehr assyrische Christen verschleppt als bisher bekannt. Bei Luftanschlägen der internationalen Koalition im Irak sollen indes führende IS-Mitglieder getötet worden sein.

          1 Min.

          Kämpfer der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) haben im Nordosten Syriens offenbar deutlich mehr Christen verschleppt als bislang angenommen. Mindestens 220 assyrische Christen seien in den vergangenen drei Tagen aus elf Dörfer in der Provinz Hassaka entführt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mit. Darunter sind laut Augenzeugen viele Frauen und Kinder. Zuvor waren die Aktivisten von 90 Entführten ausgegangen.

          Kurdische Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) versuchen nun gemeinsam mit assyrischen Milizen, die Terroristen zurückzudrängen.

          Die Angaben der Beobachtungsstelle sind wegen des Bürgerkriegs in Syrien nicht zu überprüfen, sie verfügt im Land aber über ein dichtes Netz an Informanten, insbesondere unter Ärzten und Oppositionellen. Der IS kontrolliert große Teile des Nordirak und auch Gebiete im benachbarten Syrien.

          Der UN-Menschenrechtsrat wirft den Extremisten vor, systematisch Angehörige bestimmter ethnischer und religiöser Gruppierungen anzugreifen, um sie zu vernichten. Dazu gehörten Yeziden, Kurden, Turkmenen und Christen. Assyrische Christen machen etwa fünf Prozent der Bevölkerung Syriens aus.

          Berichte: Führende IS-Mitglieder im Westen des Iraks getötet

          Unterdessen sind bei massiven Luftanschlägen der internationalen Koalition im Westen des Iraks laut arabischen Medien mehrere führende Mitglieder der IS-Terrormiliz getötet worden.

          Die Dschihadisten seien bei einem Treffen in der Nähe des Ortes Al Qaim etwa 350 Kilometer westlich von Bagdad ums Leben gekommen, berichtete die irakische Nachrichtenseite Al Mada am Donnerstag. Der Sender Al Arabija sprach von Dutzenden getöteten IS-Kämpfern. Al Qaim liegt an der Grenze zu Syrien. Die von den Amerikanern geführte Anti-IS-Allianz hatte ihren Kampf gegen die Terromiliz in den vergangenen Tagen verstärkt. Sie fliegt seit mehreren Monaten Luftangriffe auf Stellungen der Terroristen in Syrien und im Irak.

          Weitere Themen

          Typisch Trump Video-Seite öffnen

          Corona-Aussagen vom Präsidenten : Typisch Trump

          Donald Trump hat die Coronakrise in Amerika erst heruntergespielt. Später wurde das Virus zum unsichtbaren Feind, er selbst zum ernannte sich zum „Naturtalent“ in Sachen Virologie. Mittlerweile sieht der Präsident Amerika vor „sehr schmerzvollen Wochen“. Eine Sammlung von Zitaten.

          Verbot des letzten Abschieds

          Regeln in Pflegeheimen : Verbot des letzten Abschieds

          In Wolfsburg konnten sich Angehörige nicht von ihren sterbenden Familienmitgliedern verabschieden. Das Heim beharrte auf das Besuchsverbot. Einschränkungen gibt es in allen Bundesländern, doch wie weit reichen sie?

          Topmeldungen

          Ein Bild aus besseren Tagen: Olaf Scholz, Christine Lagarde, Paolo Gentiloni und Bruno Le Maire Mitte Februar in Brüssel

          Ideen von Scholz und Le Maire : EU-Kompromiss zu Corona-Hilfen in Sicht

          Die Politik will den schrillen EU-Streit um Maßnahmen in der Coronakrise deeskalieren. Deutschland und Frankreich verständigen sich auf drei Schritte, die Niederlande machen ein Friedensangebot. Umstritten bleiben die Corona-Bonds.
          Bald alleine? Jörg Meuthen

          AfD in der Krise : Dann lieber ohne Meuthen

          Der eine Parteivorsitzende ist einmal ehrlich, der andere ist von ihm menschlich enttäuscht: Die AfD-Führung kämpft lieber gegeneinander als gegen die Pandemie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.