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Terrorismus : „Islamischer Staat“ erobert wichtigen Taliban-Stützpunkt

  • Aktualisiert am

Afghanischen Sicherheitskräfte am 24. Mai 2017 vor dem Verlassen einer Operation in der afghanischen Provinz Nangarhar. Bild: Reuters

Nach schweren Kämpfen gegen die radikalislamischen Taliban hat die Terrormiliz IS in Afghanistan den wichtigen Stützpunkt Tora Bora eingenommen.

          Der sogenannte „Islamischer Staat“ (IS) hat in Ostafghanistan Tora Bora erobert. Nach fast viertägigen schweren Kämpfen hat der IS hierbei seinem Hauptrivalen, den radikalislamischen Taliban, am Mittwoch eine strategisch wichtige Festung an der Grenze zu Pakistan abgenommen, sagte ein Mitglied des Provinzrats von Nangarhar, Ustad Israrullah Murad.Viele Menschen seien aus der Gegend geflohen, sagt Murad.

          Tora Bora wurde bekannt als Zuflucht von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden, der sich dort nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 versteckt gehalten hatte. Zuletzt waren Tora Bora an die Taliban gefallen, die im Krieg mit der Regierung landesweit Territorium gewinnen.

          Talibansprecher Sabiullah Mudschahid wies die Berichte von der Eroberung ihrer Stellung im Gespräch mit der „New York Times“ zurück: Die Kämpfe gingen weiter. Tora Bora sei die Frontlinie zwischen IS und Taliban, bisher sei keine Partei vorangekommen.

          Der IS war in Afghanistan erst Anfang 2015 aufgekommen und hatte nie große Kämpferzahlen. Die ostafghanische Provinz Nangarhar blieb die einzige große Basis der Terrormiliz. Seit Monaten ist sie Ziel zahlloser amerikanischer Luftangriffe. Im April hatte Amerika in Nangarhar auf IS-Stellungen die größte nicht-nukleare Bombe in ihrem Arsenal abgeworfen. Auch die Taliban bekämpfen den IS dort. Mit Tora Bora verfügt die Terrormiliz nun über eine schwer zu erobernde Stellung.

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