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Kirche in Frankreich : Bald nur noch eine bedrohte Minderheit?

Ende Oktober im Nizza: Trauer und Entsetzen nach tödlichen Messerangriffen in der Basilika Notre Dame Bild: dpa

Islamisten haben der französischen Kirche den Krieg erklärt. Gleichzeitig schreitet die Säkularisierung im Land immer weiter voran. Manche Katholiken wehren sich mit neuen reaktionären Strömungen.

          5 Min.

          Mit den Weihnachtsgottesdiensten kehrte in die Basilika Notre Dame in Nizza ein Stück Normalität zurück. Die Christmette wurde im Fernsehen übertragen. Doch die tödliche Messerattacke auf den Küster und zwei im Morgengebet versunkene Frauen vor zwei Monaten hat niemand vergessen. Islamisten, so scheint es, haben der französischen Kirche den Krieg erklärt. Bereits Ende Juli 2016 enthaupteten Terroristen den betagten normannischen Priester Jacques Hamel mitten im Hochamt. Wie fühlen sich französische Katholiken angesichts dieser Bedrohung? Hat sich die Beziehung der Franzosen zur Religion verändert?

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Der Kirchenhistoriker Denis Pelletier zeichnet in seinem jüngsten Buch „Die Katholiken in Frankreich von 1789 bis heute“ ein detailliertes Bild der Entwicklung seit der Französischen Revolution. Im Gespräch mit dieser Zeitung schildert er, wie sehr die jüngsten Attacken die Erinnerung an die Ermordung der sieben Trappisten-Mönche im Kloster Notre-Dame in Tibhirine im algerischen Atlas-Gebirge wachgerufen haben. Das Kloster war während des algerischen Bürgerkriegs zwischen die Fronten der Armee und aufständischer Rebellen geraten. Trotz Warnungen blieben die Mönche vor Ort, um der notleidenden muslimischen Bevölkerung zu helfen. Am 27. März 1996 wurden sie entführt. Als kurze Zeit später der Verantwortliche des Ordens in Algier eintraf, zeigten ihm die Behörden die sieben Köpfe der Ermordeten.

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