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Ausbildung von Predigern : Wie Macron Imame zu echten Franzosen machen will

Freitagspredigt in der Großen Moschee von Paris am 30. Oktober Bild: EPA

Bislang darf jeder in französischen Moscheen predigen. Präsident Emmanuel Macron will das ändern und einen nationalen „Imamrat“ schaffen. Der soll auch republikanische Werte vermitteln. Das Modell wirft viele Fragen auf.

          3 Min.

          Nach den jüngsten Terroranschlägen arbeitet Frankreich unter Hochdruck an neuen Ausbildungs- und Zulassungsformen für muslimische Prediger. Präsident Emmanuel Macron hat den Mitgliedern des „Kultusrates der französischen Muslime“ (CFCM) jetzt eine Frist von zwei Wochen gesetzt, nachdem er in seiner Rede zum „Kampf gegen den islamistischen Separatismus“ Anfang Oktober noch von einem halben Jahr gesprochen hatte.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Bis spätestens zum 7. Dezember soll der Kultusrat eine „Charta der republikanischen Werte“ ausarbeiten, mit der ein überprüfbarer Wertekanon für Imame in Frankreich geschaffen wird. „Es wird diejenigen geben, die unterschreiben, und diejenigen, die nicht unterschreiben. Wir werden daraus lernen. Entweder bist du bei der Republik oder du bist nicht bei der Republik“, wurde Macron in der Zeitung „Le Figaro“ zitiert.

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