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Irak : Isis-Terroristen weiter auf dem Vormarsch

  • Aktualisiert am

Isis-Milizen in Mossul Bild: REUTERS

Die Milizen haben im Westen des Landes offenbar weitere Städte eingenommen. Armee und Polizei flüchten vor den Angreifern.

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          Die islamistische Isis-Miliz ist laut Medienberichten weiter auf dem Vormarsch. Kämpfer der Organisation haben die Armee aus mehreren Orten im Grenzgebiet zu Syrien vertrieben, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Wie der amerikanische Nachrichtensender CNN unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter des irakischen Sicherheitsapparates meldet, nahmen Isis-Kämpfer neben ihrer Offensive im Norden auch die westlichen Städte Raua, Ana, Al-Kaim und Husseiba ein. Die Orte liegen in der Provinz Anbar, einer Hochburg der Miliz.

          Ein Einwohner der Stadt Raua sagte der irakischen Nachrichtenagentur al Mada, die Armee habe keinen Widerstand geleistet. „Die irakische Armee und die Polizei haben sich zurückgezogen und die Kämpfer übernahmen die Kontrolle der Stadt ohne Gefechte“, sagte der Augenzeuge per Telefon. Die Kämpfer würden der Gruppe der Isis-Terroristen angehören. Der Gouverneur der Provinz Anbar sagte, es handele sich bei den Eroberern um Stammesangehörige, nicht um Extremisten.

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          Die Vereinigten Staaten hatten angekündigt, das irakische Militär im Kampf gegen die Terrormiliz zu unterstützen. Amerika setzt dabei unter anderem auf einen möglichst kurzen Einsatz von rund 300 Militärberatern. Auch Luftangriffe sind im Gespräch.

          Unterdessen bereiten sich tausende Schiiten auf die die Verteidigung der Hauptstadt vor und demonstrierten bei militärischen Paraden ihre Macht. Wie Bewohner von Bagdad berichteten, marschierten allein in der Hauptstadt mehrere tausend Anhänger des radikalen Schiitenpredigers Muktada al-Sadr auf. Die sunnitische Gruppe Islamischer Staat kämpft gegen Schiiten, die sie als „Abweichler“ von der wahren Lehre des Islams ansehen.

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