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Isis-Extremisten : Dschihadisten attackieren Iraks größte Öl-Raffinerie

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Die umkämpfte Öl-Raffinerie in Baidschi - hier ein Archivbild. Die Anlage ist von großer strategischer Bedeutung für den Irak Bild: AP

Irakische Sicherheitskräfte haben die Raffinerie in Baidschi Berichten zufolge nicht gegen die Isis-Kämpfer verteidigen können. Zuvor war bekannt geworden, dass der irakische Ministerpräsident Maliki ranghohe Militärs entlassen hat.

          Dschihadisten haben die größte Öl-Raffinerie im Irak attackiert und nach Angaben aus lokalen Sicherheitskreisen übernommen. Der Betrieb war erst am Vortag aus Sicherheitsgründen eingestellt worden.

          Wie lokale Medien am Mittwoch berichteten, hatten Kämpfer der Terrorgruppe „Islamischer Staat im Irak und (Groß-)Syrien“ (Isis) die Anlage in Baidschi, rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad, unter Beschuss genommen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur „All Iraq“ reagierten irakische Regierungstruppen mit Luftangriffen auf Stützpunkte der sunnitischen Extremisten.

          Zuvor war bekannt geworden, dass der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki rund eine Woche nach Beginn des Islamistenvormarsches ranghohe Militärs von ihren Aufgaben entbunden hat. Diese hätten versagt, ihre Stellungen verlassen und ihre Pflicht nicht erfüllt, meldete die Nachrichtenagentur Nina unter Berufung auf eine Mitteilung des Regierungschefs. Zu den Abberufenen zählt auch der für die Region Ninive verantwortliche Generalleutnant Mahdi al Gharrawi. Dort liegt die Millionenmetropole Mossul, die die Extremisten nahezu kampflos überrannt hatten.

          Bericht: Weitere Ausländer verschleppt

          Isis-Terroristen haben im Nordosten des Iraks weitere 60 ausländische Arbeiter als Geiseln genommen, darunter 15 Türken. Die Arbeiter seien auf der Flucht vor Gefechten gewesen, als sie in den Hamrin-Bergen gefangen genommen worden seien, sagte ein später freigelassener Iraker aus der Gruppe namens Turgai Hermslo der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.

          Anadolu berichtete am Mittwoch unter Berufung auf den Augenzeugen, unter den Geiseln seien auch Pakistaner, Nepalesen und Turkmenen. Die Extremisten hätten den Konvoi mit mehr als 100 Arbeitern gestoppt, die Papiere kontrolliert und die Ausländer festgehalten. Iraker seien freigelassen worden. Bei den Türken handele es sich um Ingenieure, die in Tikrit beim Bau eines privaten Krankenhauses arbeiteten.

          Bilderstrecke

          Damit sind inzwischen fast 100 Türken in der Gewalt von Isis im Irak. In der vergangenen Woche hatten Extremisten im türkischen Konsulat in Mossul 49 Menschen in ihre Gewalt gebracht, darunter auch der Generalkonsul. Am Tag zuvor waren 31 türkische Lastwagenfahrer in der Region entführt worden.

          Die Isis-Kämpfer versuchen nun offenbar mit aller Gewalt, zur Hauptstadt vorzudringen. Unterstützt werden sie dabei von anderen sunnitischen Gruppen, darunter Anhänger des ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein. Inzwischen kämpfen Soldaten in großen Teilen des Landes gegen Extremisten - auch wenige Dutzend Kilometer nördlich von Bagdad. Viele Schiiten meldeten sich zum Dienst an der Waffe gegen die Dschihadisten. Die Eskalation dürfte die Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten im Irak noch weiter vorantreiben. Hilfsorganisationen warnen vor einer Flüchtlingstragödie.

          Vertreter von Sunniten und Schiiten rufen zur Einheit auf

          Hochrangige Vertreter der beiden rivalisierenden Glaubensrichtungen riefen unterdessen zur Einheit des Landes auf. Nach einem Treffen hinter verschlossenen Türen forderten Schiiten und Sunniten am Dienstag gemeinsam den Schutz von Souveränität und Würde des irakischen Staates. Konflikte zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen müssten beigelegt werden, sagte der ehemalige Ministerpräsident Ibrahim al-Dschafaari in Anwesenheit führender Sunniten und Schiiten. Darunter waren auch der ehemalige Präsident des unlängst aufgelösten Parlaments, der Sunnit Osama al-Nudschaifi, und der schiitische Regierungschef al-Maliki.

          Kurz zuvor war der Ministerpräsident von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Dialog mit den Sunniten aufgerufen worden. Auch die Vereinigten Staaten mahnten die Politik im Irak zum geschlossenen Vorgehen gegen den Vormarsch der Extremisten. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sprach sich für eine regionale Lösung des Konflikts aus. „Es sind vor allem die regionalen Akteure gefragt, die direkten Einfluss auch haben - von der Arabischen Liga über die Türkei bis hin zum Iran und selbstverständlich die irakische Regierung an allererster Stelle“, sagte sie zum Auftakt ihres Amerikabesuchs in New York.

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