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Isis-Aufstand : Irak bittet Amerika um Luftangriffe

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Eine Option für Luftschläge: Ein Kampfflugzeug des Typs F-18 „Hornet“ landet auf dem Flugzeugträger „USS Harry S. Truman“, dessen Schwesterschiff im Persischen Golf kreuzt Bild: AFP

Bagdads Außenminister wendet sich an Washington - und bittet um militärische Unterstützung beim Kampf gegen die Isis-Kämpfer im Irak. Doch die Haltung Präsident Obamas zu Luftangriffen bleibt zunächst unklar.

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          Die irakische Regierung hat die Vereinigten Staaten offiziell gebeten, sie im Kampf gegen die Terroristen der Gruppe „Islamischer Staat im Irak und in (Groß-)Syrien“ (Isis) mit Luftangriffen zu unterstützen. Bagdad habe gemäß einem Sicherheitsabkommen zwischen den beiden Ländern um „Luftschläge gegen die Terroristengruppen“ nachgesucht, sagte der irakische Außenminister Hoschiar Sebari nach einem Bericht des Nachrichtensenders Al Arabija am Mittwoch am Rande einer Versammlung der Organisation für Islamische Zusammenarbeit in der saudischen Stadt Dschidda.

          Amerikas Präsident Obama berief für Mittwochabend ein Treffen mit ranghohen Kongressmitgliedern im Weißen Haus ein. Das Gespräch sollte sich nach Informationen amerikanischer Medien vor allem um die Frage drehen, mit welchen Mitteln die Vereinigten Staaten den Vormarsch der Islamisten stoppen könnten.

          Die Haltung Washingtons zu Luftangriffen blieb zunächst unklar. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, dass vereinzelte Drohnenschläge in Betracht gezogen würden. Das „Wall Street Journal“ hingegen schrieb, dass dies ausgeschlossen sei, weil keine verlässlichen Informationen über mögliche Ziele vorlägen. Stattdessen solle der irakischen Armee mit amerikanischen Geheimdienst-Hinweisen geholfen werden.

          Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) appellierte an die Vereinigten Staaten, ein „erneutes militärisches Eingreifen in Erwägung ziehen“. „Die Amerikaner haben mit ihrem damaligen Einmarsch in den Irak auch eine besondere Verantwortung für die Entwicklung des Landes übernommen“, sagte Kauder der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.

          Eine Drohne des Typs X-47B hebt vom Deck des amerikanischen Flugzeugträgers „USS George H. W. Bush“ ab.
          Eine Drohne des Typs X-47B hebt vom Deck des amerikanischen Flugzeugträgers „USS George H. W. Bush“ ab. : Bild: AFP

          Die Dschihadisten im Irak hatten zuvor ihre Offensive ausgeweitet und die größte Raffinerie des Landes in Baidschi angegriffen. Isis hatte vergangene Woche in einer Blitzoffensive Mossul und die umliegende Provinz Ninive sowie Teile der angrenzenden Provinzen in ihre Gewalt gebracht. Vielerorts zog sich die Armee kampflos zurück, zahlreiche Soldaten desertierten.

          Laut einem Medienbericht sollen Isis-Kämpfer zudem weitere 60 ausländische Arbeiter als Geiseln genommen haben, unter ihnen 15 Türken. Die Arbeiter seien auf der Flucht vor Gefechten gewesen, als sie in den Hamrin-Bergen gefangen genommen worden seien, sagte ein später freigelassener Iraker aus der Gruppe der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Unter den verschleppten Ausländern sind nach Angaben aus Berliner Diplomatenkreisen wohl keine Deutschen.

          Anadolu berichtete am Mittwoch unter Berufung auf den irakischen Zeugen, unter den Geiseln seien auch Pakistaner, Nepalesen und Turkmenen. Die Extremisten hätten den Konvoi mit mehr als hundert Arbeitern gestoppt, die Papiere kontrolliert und die Ausländer festgehalten. Iraker seien freigelassen worden. Bei den Türken handele es sich um Ingenieure, die in Takrit ein privates Krankenhaus bauten.

          Damit sind inzwischen fast 100 Türken in der Gewalt von Isis im Irak. In der vergangenen Woche hatten Extremisten im türkischen Konsulat in Mossul 49 Menschen in ihre Gewalt gebracht, unter ihnen den Generalkonsul. Am Tag zuvor waren 31 türkische Lastwagenfahrer in der Region entführt worden.

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