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IS reklamiert Tat für sich : Angreifer töten in Tadschikistan vier Rad-Touristen

  • Aktualisiert am

Die Pamir-Route in Tadschikistan ist bei Radfahrern und Wanderern beliebt. (Archivbild) Bild: dpa

Die Pamir-Route ist bei Touristen beliebt. Jetzt wurde eine Urlauber-Gruppe dort wohl gezielt von einem Auto angefahren. Der IS reklamiert die Tat für sich – er habe „Bürger der Kreuzfahrer-Staaten“ töten wollen.

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          Bei einem bewaffneten Angriff in Tadschikistan sind vier Rad-Touristen aus Europa und den Vereinigten Staaten getötet worden. Die Polizei wollte am Montag einen „Terrorakt“ nicht ausschließen. Die genauen Umstände seien aber noch unklar, sagte Innenminister Ramason Hamro Rahimsoda in der Hauptstadt Duschanbe. Am Abend reklamierte die sogenannte Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) das Attentat für sich.

          Bei den getöteten Touristen handelte es sich nach Behördenangaben um zwei amerikanische Bürger, einen Schweizer und einen Niederländer. Ein weiterer Niederländer und ein Franzose wurden verletzt, ein Franzose kam unversehrt davon.

          Auf der beliebten Pamir-Route

          Die sieben Urlauber waren mit dem Fahrrad auf der bei Touristen beliebten Pamir-Route nahe der Grenze zu Afghanistan unterwegs, als sie offenbar gezielt von einem Auto angefahren wurden. Die Täter hätten „Messer und Schusswaffen“ dabei gehabt, sagte der Innenminister. Einer der Touristen sei durch Messerstiche verletzt worden.

          Ein belgischer Radurlauber, der kurz nach dem Angriff zum Tatort kam, schilderte seine Eindrücke im flämischen Radiosender VRT. „Einer von ihnen hat mir gesagt, dass sie von einem Auto angefahren wurden und dass die Leute, die im Auto saßen, dann auf sie eingestochen hätten“, sagte Nicolas Moerman. „Mehrere Radler lagen auf dem Boden, sie standen vollkommen unter Schock.“

          Die Dschihadistenmiliz erklärte, eine „Abordnung von Soldaten des Kalifats“ habe das Attentat begangen, wie das auf die Auswertung islamistischer Internetseiten spezialisierte amerikanische Unternehmen SITE mitteilte. Der Angriff habe „Bürgern der Kreuzfahrer-Staaten“ gegolten.

          Ärmste der ehemaligen Sowjetrepubliken

          Die Polizei erschoss nach eigenen Angaben im Zuge ihrer Fahndung fünf Verdächtige – unter ihnen den 21 Jahre alten Halter des Tatfahrzeugs. Vier weitere Verdächtige seien festgenommen worden.

          Das schweizerische Außenministerium rief Tadschikistan auf, „alle Anstrengungen zu unternehmen, um diesen ernsten Vorfall zu klären“. Ministeriumssprecherin Silvia Müller sagte weiter: „Sollte sich der Verdacht auf einen Terroranschlag bestätigen, wird sich dies in den Reisehinweisen für Tadschikistan niederschlagen.“

          Das Auswärtige Amt in Berlin empfahl Touristen am Montag, insbesondere bei Wanderungen und Radtouren in Tadschikistan „besonders aufmerksam und vorsichtig zu sein“.

          Das mehrheitlich muslimische Tadschikistan ist die ärmste der ehemaligen Sowjetrepubliken und wird seit 1992 autoritär von Präsident Emomali Rachmon regiert. Die Behörden gehen hart gegen religiösen Fundamentalismus vor. 2015 machte Tadschikistan mit strengen Maßnahmen wie erzwungenen Bart-Rasuren und Einschränkungen für die Pilgerreise nach Mekka von sich reden.

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