https://www.faz.net/-gpf-95clx

Putin reagiert : IS reklamiert Bombenanschlag in St. Petersburg für sich

  • Aktualisiert am

Eine Spur der Verwüstung in dem Supermarkt in St. Petersburg, bei dem 14 Menschen verletzt wurden. Bild: dpa

Offenbar geht der Anschlag in St. Petersburg am Mittwoch auf das Konto von Anhängern des „Islamischen Staates“. Putin hat derweil ein Gesetz für härtere Bestrafung von Terrorunterstützern unterzeichnet.

          Die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat den Anschlag auf einen Supermarkt in St. Petersburg mit 14 Verletzten für sich reklamiert. Der Anschlag in der russischen Metropole vom Mittwoch sei von einer „Gruppe“ des IS verübt worden, heißt es in einer Erklärung, die am Freitag vom IS-Propagandaorgan Amaq verbreitet wurde. Der selbstgebaute Sprengsatz war in einem Schließfach in dem Supermarkt platziert worden.

          Zuvor hatte Russlands Staatschef Wladimir Putin ein Gesetz unterzeichnet, das die Strafen für Terrorfinanzierung und die Anwerbung extremistischer Gewalttäter deutlich erhöht. Das Gesetz sieht vor, die Höchststrafe für die Vergehen von bislang zehn Jahren Gefängnis auf lebenslange Haft zu erhöhen. Die Duma hatte die Neuregelung am 14. Dezember beschlossen, am vergangenen Mittwoch stimmte auch das russische Oberhaus zu.

          Die Unterzeichnung erfolgte zwei Tage nach einem Bombenanschlag in einem Supermarkt in St. Petersburg, den Putin am Donnerstag als „terroristische Tat“ eingestuft hatte. Zugleich drang der Präsident auf einen gnadenlosen Kampf gegen Attentäter. Im Falle eines drohenden Terroranschlags sollten die Sicherheitskräfte im Zweifel „die Banditen an Ort und Stelle liquidieren“, sagte er bei einer Zeremonie im Kreml zu Ehren von russischen Soldaten, die in Syrien im Einsatz waren.

          Bei dem Bombenanschlag in St. Petersburg waren 14 Menschen verletzt worden. Auf am Donnerstag veröffentlichten Bildern einer Überwachungskamera aus dem Supermarkt war ein Mann in einer Kapuzenjacke mit einem offenbar schweren Rucksack zu sehen, der den Supermarkt anschließend ohne den Rucksack wieder verließ. Das Nationale Antiterror-Komitee (NAK) übernahm die Ermittlungen.

          Die russische Armee kämpft seit September 2015 im syrischen Bürgerkrieg an der Seite von Staatschef Baschar al-Assad, unter anderem gegen IS-Miliz. Damit rückte das Land verstärkt in den Fokus von Dschihadisten. Im April wurden bei einem Bombenanschlag in der U-Bahn von St. Petersburg 16 Menschen, darunter der Attentäter, getötet. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe mit Verbindungen zum al-Qaida-Netzwerk.

          Mitte Dezember kündigte Putin einen Teilabzug der russischen Truppen aus Syrien an. Die russischen Sicherheitsbehörden erklärten anschließend, es sei eine Rückkehr von Dschihadisten nach Russland zu befürchten, nachdem die IS-Miliz praktisch alle ihre Gebiete in Syrien und im Irak verloren habe.

          Weitere Themen

          Die Fortsetzung der Revolution

          Wahlen in der Ukraine : Die Fortsetzung der Revolution

          Die Ukrainer wählen an diesem Sonntag ein neues Parlament. Ihm werden voraussichtlich viele junge Menschen angehören, die sich bei einem Casting durchgesetzt haben – bei dem sie zur Probe „Gesetzentwürfe“ schreiben mussten.

          AKK stellt sich vor ihre Soldaten: „Kein Generalverdacht“

          Erstes Zeitungsinterview : AKK stellt sich vor ihre Soldaten: „Kein Generalverdacht“

          In ihrem ersten Zeitungsinterview als Verteidigungsministerin spricht Annegret Kramp-Karrenbauer über ihr Verhältnis zum Militär, über das Vermächtnis der Männer des 20. Juli und über den Lieblingspulli ihrer Teenagerzeit. Auch in kritischen Zeiten werde die Truppe ihr Vertrauen genießen.

          Topmeldungen

          Erstes Zeitungsinterview : AKK stellt sich vor ihre Soldaten: „Kein Generalverdacht“

          In ihrem ersten Zeitungsinterview als Verteidigungsministerin spricht Annegret Kramp-Karrenbauer über ihr Verhältnis zum Militär, über das Vermächtnis der Männer des 20. Juli und über den Lieblingspulli ihrer Teenagerzeit. Auch in kritischen Zeiten werde die Truppe ihr Vertrauen genießen.
          Freiherr von Boeselager sind humanitäre Missionen wichtiger als die prunkvollen Traditionen des Malteserordens. Deswegen ist er oft vor Ort, wie hier bei einem Schlafkrankheitspatienten im südsudanesischen Yei.

          FAZ Plus Artikel: Malteserorden : Der bescheidene Großkanzler

          Albrecht Freiherr von Boeselager führt den ehrwürdigen Malteserorden. Als Großkanzler bricht er mit der Tradition – damit der Orden besser helfen kann. Das macht ihm nicht nur Freunde.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.