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IS in Afghanistan : Dutzende Tote bei Angriff auf Gefängnis

  • Aktualisiert am

Sicherheitskräfte auf dem Dach des Gefängnisses in Dschalalabad, in dem viele IS-Kämpfer einsitzen Bild: Reuters

Die Gefechte mit den Sicherheitskräften dauerten die ganze Nacht an. Hunderte Entflohene konnten bereits wieder festgenommen werden. Ein lokaler IS-Ableger reklamiert die Tat für sich.

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          Bei einem Angriff der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) auf ein Gefängnis im Osten Afghanistans sind nach Behördenangaben mindestens 29 Menschen getötet worden. Zudem seien Dutzende Personen verletzt worden, teilte ein Sprecher des Gouverneurs der Provinz Nangarhar mit.

          Der Angriff hatte am Sonntagabend begonnen. Ein Selbstmordattentäter zündete in Dschalalabad eine Autobombe, dann eröffneten Dutzende Angreifer das Feuer auf Sicherheitskräfte. Die Gefechte dauerten die ganze Nacht hindurch und auch am Montagvormittag noch an, die Behörden verhängten eine Ausgangssperre. Die Angreifer hatten Teile der Haftanstalt unter ihre Kontrolle gebracht.

          Nach Angaben des Behördensprechers konnten Spezialkräfte mittlerweile etwa tausend Gefangene, die nach dem Angriff aus dem Gefängnis entflohen waren, wieder festnehmen. Mindestens 300 seien noch auf der Flucht.

          Taliban wollen nichts mit der Tat zu tun haben

          Ein Ableger des IS in der Provinz Chorassan übernahm die Verantwortung für den Angriff. Mehrere hundert Insassen in dem Gefängnis gehören mutmaßlich diesem IS-Ableger an. Am Samstag hatte der afghanische Geheimdienst mitgeteilt, dass Sicherheitskräfte nahe Dschalalabad ein ranghohes IS-Mitglied getötet hätten.

          Taliban-Sprecher Suhail Schahin sagte der Nachrichtenagentur AP, seine Gruppe habe nichts mit den Kämpfen in Dschalalabad zu tun. Die Taliban hielten die von ihnen zum islamischen Opferfest Eid al Adha angekündigte dreitägige Waffenruhe im ganzen Land ein. Die Waffenruhe lief in der Nacht zum Montag aus.

          Dschalalabad liegt etwa 130 Kilometer östlich von Kabul an einer Schnellstraße, die nach Pakistan führt. Die Grenzregion gilt als Rückzugs- und Unterschlupfgebiet vieler Extremisten. In einem UN-Bericht vom Juli heißt es, der IS habe etwa 2200 Mitglieder in Afghanistan. Seine Führungsstruktur sei zwar geschwächt worden, die Gruppe aber immer noch dazu in der Lage, schwere Angriffe in mehreren Teilen des Landes einschließlich der Hauptstadt Kabul auszuführen.

          Die Rauchsäule war weithin sichtbar.
          Die Rauchsäule war weithin sichtbar. : Bild: EPA

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