https://www.faz.net/-gpf-9su6l

Terrormiliz : „Islamischer Staat“ bestätigt Tod Bagdadis

Der „Islamische Staat“ hat den Tod seines Anführers Abu Bakr al Bagdadi bestätigt. Bild: dpa

Das IS-Verkündungsorgan „Al Furqan“ rief die Anhänger der Terrororganisation dazu auf, dem neuen „Kalifen“ Abu Ibrahim al Haschimi al Quraischi die Treue zu schwören. Genauere Angaben zu seiner Identität gibt es bisher nicht.

          2 Min.

          Der „Islamische Staat“ (IS) hat den Tod seines Anführers Abu Bakr al Bagdadi bestätigt. Zugleich forderte die Propaganda der Terrororganisation die Anhänger am Donnerstag auf, dem neuen „Kalifen“ Abu Ibrahim al Haschimi al Quraischi die Treue zu schwören. Eine entsprechende Audiobotschaft wurde über das IS-Verkündungsorgan „Al Furqan“ verbreitet. Mit dem Namensteil „al Quraischi“ erklärt sich der neue IS-Anführer zu einem Angehörigen des Stammes des islamischen Propheten Mohammad. Genauere Angaben zu seiner Identität gab es nicht.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Zuvor hatte das amerikanische Militär bekräftigt, dass der Tod Badgadis, nicht den Sieg über den IS bedeutet. „Wir machen uns keine Illusionen darüber, dass sie verschwinden werden, weil wir Bagdadi getötet haben“, sagte am Mittwoch General Kenneth F. McKenzie, der Befehlshaber des für den Nahen Osten zuständigen Zentralkommandos. Die Organisation sei zeitweise lahmgelegt, werde sich aber der neuen Lage anpassen. Der General zeigte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz des Pentagons Videoaufnahmen der Kommandoaktion, die zum Tod von Abu Bakr al Bagdadi geführt hat.

          Die von einer Drohne aufgenommenen, grobkörnigen Bilder zeigen, wie die Elitesoldaten sich dem hoch ummauerten Gehöft in der nordwestsyrischen Provinz Idlib nähern, in dem sich der Anführer des IS, gut sechs Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, verborgen hatte. Die Videos zeigen außerdem, wie die Anlage später bombardiert wird. Sie habe danach ausgesehen wie ein „Parkplatz mit großen Schlaglöchern“, sagte McKenzie.

          Nach Angaben des Pentagons wurden in Bagdadis Versteck Laptops und Mobiltelefone gefunden. McKenzie teilte mit, es seien zwei Kinder getötet worden, als Bagdadi seinen Sprengstoffgürtel zündete, um sich der Gefangennahme zu entziehen. Er korrigierte damit erste Berichte, in denen von drei getöteten Kindern die Rede war.

          Die bilderreichen Schilderungen von Präsident Donald Trump, der behauptet hatte, Bagdadi sei „winselnd“ und „weinend“ in den Tod gegangen, konnte McKenzie nicht bestätigen. „Er ist mit zwei kleinen Kindern in ein Loch gekrochen und hat sich in die Luft gesprengt, während seine Leute an der Oberfläche geblieben sind. Man kann von dieser Handlung ableiten, um welche Art von Person es sich handelt“, erklärte der General. Jenseits dessen könne er keine Aussage über Bagdadis letzte Sekunden treffen.

          Er äußerte ferner die Vermutung, Bagdadi habe sich mit seiner Flucht in den Nordwesten Syriens dem Verfolgungsdruck durch Amerika und seine Verbündeten entziehen wollen. Bagdadi wurde offenbar von einem Informanten aus seinem engen Umfeld verraten, der von der kurdisch dominierten Anti-IS-Truppe „Syrian Democratic Forces“ rekrutiert worden war. Ein Vertreter teilte mit, der Agent habe sogar Unterwäsche Bagdadis für einen DNA-Abgleich besorgt.

          Weitere Themen

          Kandidatenflut vor Präsidentschaftswahl

          Bolivien : Kandidatenflut vor Präsidentschaftswahl

          Boliviens Übergangspräsidentin Jeanine Añez will nun doch Präsidentin werden. Sie ist bereits die fünfte Kandidatin der Opposition für die Neuwahlen im Mai. Davon könnte die Partei des ehemaligen Präsidenten Evo Morales profitieren.

          Topmeldungen

          5:0 gegen Schalke : Die Bayern blasen zur Jagd auf Leipzig

          Die Münchner erteilen Schalke eine Lehrstunde und kommen Spitzenreiter Leipzig, der sein Spiel in Frankfurt verliert, nah. Die Bayern indes siegen imposant – auch weil der Torwart der Königsblauen zwei Mal patzt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.