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Terror in Afghanistan : IS bekennt sich zu Anschlag auf schiitische Moschee in Kabul

  • Aktualisiert am

Männer inspizieren am Tag nach dem Anschlag die Räume der betroffenen Moschee. Bild: dpa

Mehr als 50 Menschen starben beim Selbstmordattentat in Kabul, das die Extremistenmiliz für sich reklamiert. Wer die Attacke auf eine Moschee in der Provinz Ghor verübte, ist unklar.

          Zu dem Anschlag auf eine schiitische Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat sich die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekannt. Ein IS-Selbstmordattentäter namens Abu Omar der Turkmene habe die Tat begangen, erklärte die Gruppe am Samstag im Messengerdienst Telegram. Er habe seine Sprengstoffweste in der Menge „in einem Tempel der Polytheisten“ gezündet. Damit beschuldigte der sunnitische IS die Schiiten, an mehrere Götter zu glauben.

          Bei einem weiteren Attentat auf eine sunnitische Moschee im Zentrum des Landes waren am Freitag nach Polizeiangaben mindestens 33 Menschen getötet worden. Die Tat im Bezirk Dolaina der Provinz Ghor wurde ebenfalls von einem Selbstmordattentäter verübt. Unter den Todesopfern war ein Polizeikommandeur, dem der Anschlag mutmaßlich galt. Zu der Tat hat sich bislang niemand bekannt.

          Wiederholte Anschläge gegen Schiiten

          Bei dem Anschlag während des Freitagsgebets in der Kabuler Imam-Saman-Moschee waren nach Behördenangaben mindestens 56 Menschen getötet und 55 weitere verletzt worden. Unter den Opfern seien auch Kinder. Anwohner berichteten in sozialen Medien von einer blutverschmierten Gebetshalle in Kabul und vielen Leichen, die hinausgetragen würden. Im Viertel Dascht-e Bartschi im Westen von Kabul leben mehrheitlich schiitische Hasaras. In der Vergangenheit hatte der IS bereits wiederholt Anschläge gegen Schiiten in Afghanistan verübt. Die Dschihadistenmiliz betrachtet die Schiiten als Ketzer.

          Es ist bereits der dritte Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kabul in knapp zwei Monaten. Ende September waren bei einem Angriff auf eine schiitische Moschee sieben Menschen getötet worden, Ende August starben bei einem weiteren Anschlag mindestens 28 Menschen. Ein ähnliches Attentat gab es Anfang August auch in der westafghanischen Stadt Herat, damals kamen 29 Menschen ums Leben. Fast jedes Mal kamen die Attentäter, wenn die Moscheen voll waren  entweder an einem hohen Feiertag oder während eines Freitagsgebets. Anschläge auf schiitische Moscheen hat bisher fast immer die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert.

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