https://www.faz.net/-gpf-6uuzm

Irland : Dublin verteidigt Schließung der Botschaft im Vatikan

  • Aktualisiert am

Das päpstliche Kreuz im Dubliner Phoenix Park Bild: AFP

Irland hat seine Botschaft im Vatikan geschlossen. Die Regierung in Dublin bestritt einen Zusammenhang zum Missbrauchsskandal in der irischen Kirche. Grund seien Sparmaßnahmen.

          1 Min.

          Die irische Regierung hat bestritten, dass die Schließung der irischen Botschaft im Vatikan mit den jüngst getrübten Beziehungen zur Führung der Katholischen Kirche zusammenhänge. Der irische Ministerpräsident Kenny und andere Mitglieder seines Kabinetts hatten vor vier Monaten missbilligt, dass der Vatikan irische Bemühungen, Kindesmissbrauch in der Kirche aufzuklären, nicht uneingeschränkt unterstützt habe.

          Der Primas der Katholischen Kirche in Irland, Kardinal Brady, äußerte sich jetzt „zutiefst enttäuscht“ über die Schließung der Botschaft. Brady sagte, damit werde Irland erstmals seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1929 ohne Repräsentanz im Vatikan sein.

          Der irische Außenminister Eamon Gilmore, der zugleich Anführer der irischen Labour Party ist, sagte, die Entscheidung sei „mit dem größten Bedauern und Zögern“ gefallen. Außer der Repräsentanz beim Vatikan sollen auch die irischen Botschaften in Teheran und Dili (Ost-Timor) geschlossen werden. Gilmore sagte, die Beziehungen Irlands mit dem Heiligen Stuhl könnten künftig auch von einem nicht ansässigen Botschafter wahrgenommen werden; voraussichtlich soll diese Funktion einem leitenden Beamten im Dubliner Außenministerium übertragen werden.

          „Einsparungen im Auswärtigen Dienst Irlands“

          Als Grund der Schließung der Botschaften nannte Gilmore in allen Fällen, dass der wirtschaftliche Nutzen nicht den Erwartungen entsprochen habe. Gilmore beteuerte, mit der Auseinandersetzung über die Richtlinien gegen Kindesmissbrauch in der Kirche habe die Botschaftsschließung nichts zu tun: die Einsparungen im Auswärtigen Dienst Irlands seien schon längere Zeit zuvor geplant gewesen.

          Der damalige Streit zwischen Rom und Dublin hatte aber auch diplomatische Folgen: der päpstliche Nuntius in Dublin wurde Ende Juli abberufen und bislang nicht durch einen Nachfolger ersetzt.

          Der Vatikan selbst reagierte gelassen auf die Ankündigung. Was zähle, seien die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und den Staaten, und diese stünden im Fall Irlands nicht in Frage, äußerte Vatikansprecher Federico Lombardi.

          Weitere Themen

          SPD erwägt Vermögensabgabe

          Finanzierung der Krise : SPD erwägt Vermögensabgabe

          Wenn es nach der Führung der Sozialdemokraten geht, dann dürften schon bald besonders wohlhabende Bürger zur Kasse gebeten werden. Laut Parteichefin Saskia Esken sollten sich zur Finanzierung der Krise „starke Schultern“ auch „stark beteiligen“.

          Topmeldungen

          SPD-Parteichefin Saskia Esken fordert eine Lastenverteilung, bei der sich die Wohlhabenden besonders einbringen müssen.

          Finanzierung der Krise : SPD erwägt Vermögensabgabe

          Wenn es nach der Führung der Sozialdemokraten geht, dann dürften schon bald besonders wohlhabende Bürger zur Kasse gebeten werden. Laut Parteichefin Saskia Esken sollten sich zur Finanzierung der Krise „starke Schultern“ auch „stark beteiligen“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.