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Zweite Welle in Iran : Rohani droht Coronavirus-Lockerungen aufzuheben

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Hassan Ruhani, Präsident Irans, bei einer Sitzung des iranischen Nationalkomitees zur Bekämpfung des Coronavirus vergangenen Freitag Bild: dpa

70 Tote und 3000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – das Teheraner Gesundheitsministerium schlägt Alarm. Eine Mehrheit der Menschen halte sich nicht mehr an die Hygieneregeln. Irans Präsident will das nicht hinnehmen.

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          Irans Präsident Hassan Rohani hat mit einer Aufhebung der Lockerungen der Coronavirus-Beschränkungen im Land gedroht. „Die Bevölkerung sollte sich im Klaren sein, dass bei einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen die Limitierungen umgehend wieder eingeführt werden“, sagte Rohani am Mittwoch. Es wäre schade, wenn der mit großer Mühe erzielte Teilerfolg im Kampf gegen das Virus nun leichtfertig verspielt werden sollte, fügte der Präsident nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna hinzu.

          Hintergrund der Drohung Rohanis ist der Anstieg der Zahlen von Corona-Toten und Infizierten in den vergangenen Tagen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch gab es binnen 24 Stunden 70 Tote und mehr als 3000 Neuinfektionen. Damit sind seit Ende Februar in Iran mehr als 8000 Covid-19-Kranke gestorben, mehr als 160.000 Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert.

          Gesundheitsfachleute sehen die Lockerungen der vergangenen Wochen als Hauptgrund für den abermaligen Anstieg der Opfer- und Infektionszahlen. Fast alle Branchen haben ab Ende Mai die Arbeit wieder aufgenommen. Zwar sollen sich alle weiterhin strikt an die Hygienerichtlinien – Schutzmasken, Plastikhandschuhe und Abstand – halten, aber dem Gesundheitsministerium zufolge tun das die meisten nicht mehr.

          Vizegesundheitsminister Iradsch Harirchi sagte dem iranischen Staatsfernsehen, dass die anfängliche Angst der Iraner vor dem Virus inzwischen drastisch gesunken sei. Vor den Lockerungen hielten sich noch 90 Prozent der Bürger an die Abstandsregeln, derzeit seien es nur noch 40 Prozent. Auch zuhause blieben im März, April und Anfang Mai noch 86 Prozent, derzeit aber nur noch 32 Prozent. Harirchi bezeichnete das Virus als „tickende Zeitbombe“. Daher könnte nach seinen Worten jegliche Nachlässigkeit zu einer „Katastrophe“ führen.

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