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Nach Angebot aus Washington : Irans Außenminister: Es wird kein Treffen mit Trump geben

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Irans Außenminister Dschavad Sarif, hier im März beim Besuch einer Moschee in Sarajevo Bild: dpa

„Ich habe das Gefühl, dass sie ziemlich bald mit uns sprechen werden“, sagt Amerikas Präsident über ein mögliches Treffen mit Iran. In Teheran sieht man das aber ganz anders.

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          Irans Außenminister Dschavad Sarif hat Gesprächen mit der Regierung von Präsident Donald Trump in schroffem Ton eine Absage erteilt. Iran habe mit den Vereinigten Staaten, den anderen UN-Vetomächten sowie Deutschland und der EU bereits zwei Jahre lang Gespräche geführt, schrieb Sarif am Dienstagabend auf Twitter. Dabei sei 2015 das Atomabkommen mit Iran herausgekommen, „ein einzigartiges multilaterales Abkommen“. „Es hat funktioniert“, fügte Sarif mit Blick auf das Atomabkommen hinzu, aus dem die Vereinigten Staaten im Mai ausgestiegen waren. „Die USA können sich nur selbst Vorwürfe machen, dass sie sich herausgezogen und den Tisch verlassen haben“, kritisierte der iranische Chefdiplomat.

          Trump hatte am Montag gesagt, er sei „jederzeit“ und „ohne Vorbedingungen“ zu einem Treffen mit dem iranischen Staatschef Hassan Rohani bereit. Am Dienstag sagte er bei einer Veranstaltung in Tampa im Bundesstaat Florida mit Blick auf die iranische Führung: „Ich habe das Gefühl, dass sie ziemlich bald mit uns sprechen werden.“ Er fügte allerdings hinzu: „Und vielleicht nicht, und das ist auch ok.“

          Vor Sarif hatten bereits andere iranische Vertreter Vorbehalte gegen Trumps Gesprächsangebot geäußert. Vize-Parlamentspräsident Ali Motahari sagte, nach den früheren „verächtlichen Äußerungen“ des amerikanischen Präsidenten gegenüber Iran wäre es eine „Demütigung“, Verhandlungen zuzustimmen. Innenminister Abdolresa Rahmani Fasli sagte, die Vereinigten Staaten seien nach ihrem Ausstieg aus dem internationalen Atomabkommen nicht vertrauenswürdig.

          Auch der Kommandeur der einflussreichen iranischen Revolutionsgarden schloss ein Treffen von Trump mit den iranischen Führern aus. Die Nachrichtenagentur Fars zitierte Generalmajor Mohammad Ali Dschafariihn am Dienstag mit den Worten: „Mr. Trump! Iran ist nicht Nordkorea und wird Ihr Angebot für ein Treffen nicht annehmen.“ Nicht einmal die amerikanischen Präsidenten nach Trump würden diesen Tag erleben. „Angesichts unserer schlechten Erfahrungen mit Verhandlungen mit Amerika und der Verstöße der USA gegen ihre Verpflichtungen ist es selbstverständlich, dass wir diesem Vorschlag keinen Wert beimessen“, sagte auch der Chef des Strategischen Rates für Auswärtige Beziehungen, Kamal Charrazi.

          Trump sollte zuerst den Ausstieg aus dem Atomabkommen wiedergutmachen und zeigen, dass er die amerikanischen Verpflichtungen und das internationale Recht einhalte. Irans Präsident Hassan Rohani ging nicht auf das Angebot ein.

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