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Gibraltar entscheidet : Iranischer Öl-Tanker darf auslaufen

  • Aktualisiert am

Der iranische Öl-Tanker „Grace 1“ wurde inzwischen in „Adrian Darya-1“ umbenannt. Bild: Reuters

Gibraltar hat entschieden, dass die „Grace 1“ auslaufen kann. Unterdessen bleibt bisher unklar, ob die amerikanische Regierung die Beschlagnahmung des Tankers ersucht hat.

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          Der vor Gibraltar von Großbritannien festgesetzte iranische Tanker ist einem Zeitungsbericht zufolge wieder freigegeben worden. Die Zeitung „Gibraltar Chronicle“ berichtete am Donnerstag, dass Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo entschieden habe, die „Grace 1“ freizugeben. Man habe eine schriftliche Erklärung der iranischen Regierung erhalten, dass die Öl-Ladung nicht in Syrien gelöscht werde.

          Iran bestätigte die Freigabe des Schiffes. Der Tanker werde schon bald Gibraltar verlassen, twitterte Irans Botschafter in London, Hamid Baeidinedschad. Das Ende „der illegalen Festsetzung“ des Schiffs sei das Ergebnis intensiver Verhandlungen des iranischen Außenministeriums mit der britischen Seite in den vergangenen Wochen.

          Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärte zu dem Richterspruch, die versuchte „Piraterie“ der Vereinigten Staaten sei gescheitert. „Nach dem gescheiterten Versuch, ihre Ziele durch Wirtschaftsterrorismus zu erreichen – einschließlich der Vorenthaltung von Medizin für Krebspatienten – haben die USA versucht, das Rechtssystem zu missbrauchen, um unser Eigentum auf Hoher See zu stehlen", schrieb Sarif im Kurzbotschaftendienst Twitter.

          Ein Gesuch des amerikanischen Justizministeriums, das eine Freigabe verhindern sollte, habe dem Obersten Gericht nicht vorgelegen, sagte der oberste Richter, Anthony Dudley. Die britische Regierung hatte zuvor bekanntgegeben, dass es ein entsprechendes Gesuch gebe.

          Der indische Kapitän und drei Besatzungsmitglieder der „Grace 1“ wurden nach Angaben eines Regierungssprechers vom Donnerstag offiziell freigelassen. Sie befanden sich bereits zuvor gegen Kaution auf freiem Fuß.

          Großbritannien hatte die mit iranischem Erdöl beladene „Grace 1“ am 4. Juli mit der Begründung festgesetzt, dass sie im Verstoß gegen EU-Sanktionen Erdöl nach Syrien transportieren wollte. Iran bestreitet, dass sich der Tanker auf dem Weg nach Syrien befand.

          Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei hatte die Festsetzung des Tankers durch Großbritannien als „Piraterie“ bezeichnet. Der Streit hatte die Spannungen mit Iran noch verschärft. Zwei Wochen nach der Festsetzung der „Grace 1“ setzte Iran im Persischen Golf ein britisches Schiff fest. Seit Anfang des Monats beteiligt sich Großbritannien an der „internationalen maritimen Sicherheitsmission“ der Vereinigten Staaten in der Golfregion. Das britische Außenministerium forderte den Iran am Donnerstag abermals dazu auf, die am 19. Juli festgesetzte „Stena Impero“ freizulassen.

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