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Nach Tötung von Kernphysiker : Zarif: Iran will Spannungen mit Amerika unter Biden abbauen

  • Aktualisiert am

Trauernde am Sonntag am Sarg des Nuklarwissenschaftlers Mohsen Fakhrizadeh Bild: Reuters

Unter einem Präsidenten Joe Biden will Iran die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten normalisieren. Das sagte Außenminister Sarif in einem Interview – trotz der Tötung eines bedeutenden Atomwissenschaftlers.

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          Iran will die Spannungen mit den Vereinigten Staaten unter einer Präsidentschaft Joe Bidens abbauen. „Wir wollen ja keine Freundschaft anfangen, sondern nur unnötige Spannungen und Feindseligkeiten abbauen“, sagte Außenminister Mohammad Dschawad Zarif in einem am Montag veröffentlichten Video-Interview des Nachrichtenportals Entechab. Eine Annäherung an die Vereinigten Staaten nach Bidens Amtsantritt sei im Interesse des Landes und des Volkes. Parteipolitische Erwägungen sollten daher diese Annäherung auch nicht infrage stellen.

          Er kenne Biden als Senator aus seiner Zeit als iranischer UN-Botschafter in New York und habe ihn auch persönlich getroffen. „Biden ist seit den 1970er Jahren in der amerikanischen Außenpolitik tätig und kennt sich darin weitaus besser aus als Trump“, sagte Zarif. Misstrauen und Differenzen zwischen den beiden Ländern werde es nach seiner Einschätzung auch unter Biden geben, aber weitaus weniger als unter dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump.

          Iran hofft auf Neuauflage des Atomabkommens

          Zarif und Präsident Hassan Rohani hoffen, dass Biden die Vereinigten Staaten zum Wiener Atomabkommen von 2015 zurückführt und die Sanktionen gegen Iran aufhebt. Trump war 2018 nicht nur aus dem Atomdeal ausgestiegen, sondern hatte auch scharfe Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängt. Diese führten in den vergangenen zwei Jahren zu der schlimmsten Wirtschaftskrise des ölreichen Landes. Die Corona-Pandemie in den letzten zehn Monaten hat die Schwierigkeiten weiter verschärft. Die Landeswährung Rial verlor die Hälfte ihres Wertes.

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          Beobachter sind sich einig, dass nur Verhandlungen mit dem neuen amerikanischen Präsidenten das Land aus der Krise führen könnten. Am Freitag jedoch gab es einen tödlichen Anschlag auf den iranischen Kernphysiker Mohsen Fakhrisadeh, für den Teheran „hiesige Söldner“ der Vereinigten Staaten und Israels verantwortlich macht.

          Der Anschlag könnte zu neuen Spannungen zwischen Teheran und Washington führen und eventuelle Verhandlungen mit der Biden-Regierung erschweren. Die Hardliner in Iran fordern Rache und ihr Sprachrohr, die Tageszeitung „Kejhan“, sogar einen militärischen Angriff auf die israelische Hafenstadt Haifa.

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