https://www.faz.net/-gpf-9p6an

Im Persischen Golf : Iran hält ausländischen Tanker fest

  • Aktualisiert am

Satellitenaufnahme des Persischen Golfs, der Straße von Hormus und des Golfs von Oman Bild: dpa

Laut iranischen Staatsmedien haben die Revolutionsgarden einen Öltanker gestoppt und die Crew verhaftet. Der Tanker soll demnach eine Million Liter Treibstoff in den Persischen Golf geschmuggelt haben.

          Die iranischen Revolutionsgarden haben bekannt gegeben, dass sie einen „ausländischen Tanker“ im Persischen Golf festhalten, der an „Ölschmuggel“ beteiligt gewesen sei. Auf „Sepah News“, der offiziellen Website der Revolutionsgarden, hieß es, das Schiff sei am Sonntag südlich der iranischen Insel Larak in der Meerenge von Hormus festgesetzt worden. Zwölf ausländische Besatzungsmitglieder seien festgenommen worden. Zum Namen und zur Herkunft des Tankers machten die Garden keine Angaben. Das Schiff habe eine Million Liter Treibstoff zur Insel Lark im Persischen Golf schmuggeln wollen, meldete das staatliche iranische Fernsehen am Donnerstag unter Berufung auf die Eliteeinheit. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

          Die Führung in Teheran hatte wiederholt mit Konsequenzen für die Festsetzung des iranischen Öltankers „Grace 1“ Anfang Juli durch die britische Marine vor Gibraltar gedroht. Als Reaktion auf Berichte über die Festsetzung des Tankers durch die Revolutionsgarden stieg der Ölpreis. Die iranische „Grace 1“ soll nach Syrien unterwegs gewesen sein, was ein Verstoß gegen die europäischen Sanktionen gegen das Land wäre. Die EU stellt seit 2011 Öllieferungen an Syrien unter Strafe. Das Öl in dem Schiff soll aus Iran stammen, was wiederum die amerikanischen Sanktionen gegen die Islamische Republik verletzen würde.

          Vergangene Woche hatte ein Zwischenfall mit einem britischen Tanker in der Straße von Hormus international Besorgnis ausgelöst. Britischen Angaben zufolge hatten dort drei iranische Boote versucht, ein britisches Handelsschiff an der Durchfahrt zu hindern. Eine Fregatte zwang sie jedoch zum Abdrehen. Teheran bestritt, in den Vorfall verwickelt zu sein.

          Am Wochenende gab es aber erste Anzeichen von Entspannung. Der britische Außenminister Jeremy Hunt stellte eine Freigabe des Schiffes durch die Behörden in dem britischen Überseegebiet in Aussicht, sollte Iran zusichern, dass die Ladung nicht für Syrien bestimmt ist. Auch sein iranischer Amtskollege Mohammed Dschawad Sarif betonte, dass Teheran den Konflikt diplomatisch lösen wolle.

          Die Straße von Hormus im Persischen Golf ist einer der wichtigsten Schifffahrtswege weltweit. Ein Fünftel der Erdöltransporte gehen durch diese Meerenge. Die Vereinigten Staaten wollen ein Bündnis schmieden, um die Schifffahrtsstraße zu sichern. Die Vorfälle um die Tanker tragen zu den Spannungen rund um die Uran-Produktion Irans und das auf der Kippe stehende Atomabkommen bei.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein Straßenschild mit der Aufschrift „Willkommen in Nordirland“ steht am Straßenrand an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland.

          Brexit-Streit : Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Boris Johnson und die EU sind sich zumindest in einem Punkt einig: Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland dürfen nicht sein. Doch wie soll das ohne Backstop-Klausel gehen?

          F.A.Z.-Umfrage zur Lage in Hongkong : Deutsche Unternehmen meiden klare Worte

          Joe Kaeser mahnt gewaltfreien Dialog und Einhaltung des geltenden Rechts in Hongkong an. Viele deutsche Konzerne sind besorgt, drucksen aber herum – sie haben Milliarden in China investiert.
          Der gemeinnützige Verein Deutsches Tagebucharchiv e. V hat seinen Sitz in Emmendingen, einer Stadt im Südwesten Baden-Württembergs.

          Erinnerungen : Einblicke in die deutsche Seele

          Das Deutsche Tagebucharchiv sammelt Lebenserinnerungen und Briefe jeglicher Art – von ganz gewöhnlichen Menschen. Es sind faszinierende Dokumente,die die Vergangenheit spürbar machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.