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Atomabkommen auf der Kippe : Iran erhöht Zahl der Uran-Zentrifugen

  • Aktualisiert am

Die Kernkraftwerk Bushehr im Süden Irans Bild: dpa

Als Reaktion auf Amerikas Ausstieg aus dem Atomabkommen trifft Iran Vorbereitungen für die unbegrenzte Uran-Anreicherung. Gegen das weiter bestehende Abkommen verstoße man damit aber nicht, behauptet Teheran.

          Iran hat nach eigener Darstellung am Dienstag mit den Vorbereitungen zum Bau leistungsstärkerer Zentrifugen zur Urananreicherung begonnen. Der Chef der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, sagte am Dienstag, zunächst sei mit dem Aufbau der Infrastruktur zum Bau der Zentrifugen begonnen worden. Die iranischen Aktivitäten hielten sich aber weiter im Rahmen des 2015 mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland geschlossenen Atomabkommens, versicherte Salehi.

          Bereits zuvor hatte der politische und religiöse Führer Irans, Ali Chamenei, angekündigt, im Falle eines Scheiterns des Atomabkommens die Kapazitäten zur Anreicherung von Uran zu erhöhen. „Unsere Feinde können unseren nuklearen Fortschritt niemals aufhalten“, hatte er in einer im Fernsehen übertragenen Rede erklärt. Auf die EU bezogen sagte Chamenei, der Iran könne keinem Land trauen und müsse sich jetzt schon auf ein Scheitern des Atomabkommens vorbereiten. Der Ajatollah hat laut Verfassung in allen strategischen Belangen das letzte Wort.

          Noch am Dienstag wollte das Land in einem Brief an die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) ankündigen, ab sofort die Produktionskapazitäten für Uranhexafluorid zu erhöhen, einen Ausgangsstoff für die Herstellung atomarer Brennelemente.

          Die Vereinigten Staaten haben den Atomvertrag von 2015 aufgekündigt. Sie wollen Iran mit massiven Sanktionen zu einer Abkehr sowohl von seinem Atom- als auch von seinem Raketenprogramm bringen und eine Änderung des israelfeindlichen Kurses erzwingen. Die anderen Mitunterzeichner Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China und Russland wollen an dem Atomabkommen festhalten.

          Iran hatte sich im Gegenzug für die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen verpflichtet, nicht mehr nach einer Atombombe zu streben und sich Kontrollen zu unterwerfen. Das von Klerikern beherrschte Land hält sich nach Erkenntnissen der IAEA bisher an die Auflagen des Abkommens.

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