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Nach Krisengipfel in Mekka : Iran weist Vorwürfe Saudi-Arabiens zurück

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Vereint in der Ablehnung Irans: Der saudi-arabische Kronprinz Muhammad bin Salman (rechts) und Kuweits Emir Ahmad al Sabah am Donnerstag in Mekka Bild: EPA

Die Abschlusserklärung von Riads Krisengipfel in Mekka ist unmissverständlich. Teheran reagiert und wirft dem Gegner „die Spaltung der Region“ vor.

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          Iran hat die Abschlusserklärung der Krisengipfel des Golf-Kooperationsrates und der Arabischen Liga in Mekka verurteilt. „Saudi-Arabien hat den heiligen Monat Ramadan und die heilige Stadt Mekka politisch ausgenutzt, um im Namen anderer Länder grundlose Behauptungen gegen Iran in die Welt zu setzen“, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Freitag. Das Hauptziel der islamischen und arabischen Welt sollte die Befreiung Palästinas von illegaler israelischer Besetzung sein –und nicht, sich gegenseitig aufzuhetzen. „Das ist nämlich genau das Ziel des zionistischen Regimes: vom wahren Feind abzulenken“, sagte der Sprecher nach Angaben der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Isna weiter. Die Führung in Riad ziele auf „die Spaltung der muslimischen Länder und der Region, was der Wunsch des zionistischen Regimes ist“, sagte Mussawi mit Blick auf Israel. Die „unbegründeten Vorwürfe“ gegen Iran wies er zurück.

          Der Golf-Kooperationsrat und die Arabischen Liga In Mekka hatten in der Nacht zum Freitag in Mekka getagt. Saudi-Arabien und seine Verbündeten forderten Iran dabei unmissverständlich auf, die Souveränität arabischer Staaten zu achten. „Der Iran sollte (...) aufhören, sich in die Angelegenheiten von Ländern einzumischen, denn dies bedroht die Sicherheit und Stabilität in der Region“, hieß es in der Abschlusserklärung. Die Sicherheit der Golfstaaten sei „eine Säule der regionalen Stabilität“. Der saudi-arabische König Salman rief die internationale Gemeinschaft auf, die „zerstörerischen“ Aktivitäten seines Erzrivalen Iran zu stoppen.

          In Mekka hatten sich am Donnerstag zahlreiche Führer der Staaten des Golf-Kooperationsrates (GCC) und der Arabischen Liga zu Krisengipfeln getroffen. Auf dem Programm der von Saudi-Arabien einberufenen Treffen standen Debatten über iranische „Aggressionen“ im Nahen Osten. Die Gipfel galten als Versuch des Königreichs, die anderen Länder der Region gegen Iran in Stellung zu bringen. Dem GCC gehören sechs Staaten der Arabischen Halbinsel an. Die Arabische Liga zählt mehr als 20 Mitglieder aus der Region. Beide Organisationen werden von Saudi-Arabien dominiert.

          Saudi-Arabien und seine Verbündeten werfen dem Rivalen Iran vor, im Nahen Osten Unruhe zu stiften, und machen ihn für zahlreiche Angriffe verantwortlich. So hatten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe vor ihrer Küste gemeldet. Der Nationale Sicherheitsberater von Amerikas Präsident Donald Trump, John Bolton, erklärte, dahinter stecke „beinahe sicher“ Iran. Amerikas Außenminister Mike Pompeo sagte, Bolton werde kommende Woche den Vereinten Nationen Beweise vorlegen, dass Iran die Angriffe auf die Schiffe durchgeführt habe. „Das waren die Bemühungen der Iraner, den Preis für Rohöl weltweit zu erhöhen.“

          Die Führung in Teheran bestreitet dies. „Das sind lächerliche Behauptungen, die wir kategorisch zurückweisen“, erklärte Außenamtssprecher Abbas Mussawi in dieser Woche. Der saudische Staatsminister für Auswärtiges, Adel al Dschubair, wiederum sagte der BBC, derartige Dementis seien „zum Lachen“.

          Der saudi-arabische König Salman sagte, Irans Politik der Einmischung gefährde die Stabilität der Region und bedrohe die internationale Seefahrt. Er warf dem Land vor, Terror zu unterstützen und seinen Einfluss ausweiten zu wollen. Saudi-Arabien habe immer seine Hand zum Frieden ausgestreckt.

          „Ein Krieg wäre für alle schädlich“

          Ägyptens Präsident Abdel Fattah al Sisi sagte, die Araber seien nicht bereit, ihre nationale Sicherheit zu vernachlässigen. Weisheit sei nötig, um die Spannungen zu begrenzen und eine Explosion zu vermeiden. Der Irak lehnte die Abschlusserklärung des Gipfels ab, allerdings sagte der irakische Präsident Barham Salih, dass „unsere Region“ den Grundsatz der Nichteinmischung respektieren müsse.

          Saudi-Arabien will nach eigenen Angaben trotz aller Rivalität keinen Krieg mit dem schiitischen Erzfeind Iran. „Ein Krieg wäre für alle in der Region schädlich, und wir wollen ihn um jeden Preis vermeiden“, sagte al Dschubair in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview des britischen Senders BBC. Die Region befinde sich in einem „heiklen Moment“ ihrer Geschichte, erklärte er. Allerdings müsse sich Iran zügeln, wenn die Rückkehr zur Normalität gelingen sollte.

          Das sunnitische Königreich sieht im schiitischen Iran einen Erzfeind. Riad hatte zusammen mit seinem Verbündeten Amerika in den vergangenen Wochen den Ton gegenüber dem Nachbarn deutlich verschärft und so Sorgen vor einem neuen Krieg in der ohnehin von Krisen geplagten Region geweckt. Washington entsandte zudem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten.

          Es geht um Macht und Einfluss

          In regionalen Konflikten stehen die beiden Länder auf unterschiedlichen Seiten. So ist Iran im syrischen Bürgerkrieg einer der wichtigsten Verbündeten von Präsident Baschar al Assad, während Saudi-Arabien die Opposition unterstützt und bewaffnete. In Jemens Bürgerkrieg bekämpft die saudische Armee die Houthi-Rebellen, in denen sie einen Verbündeten der Regierung in Teheran sieht.

          Die Houthis hatten in den vergangenen Wochen mehrfach Ziele in Saudi-Arabien mit Drohnen angegriffen. Sie nahmen unter anderem eine der wichtigsten Pipelines des ölreichen Landes ins Visier. Auch dafür machte Saudi-Arabien Iran verantwortlich.

          Beim sunnitischen und schiitischen Islam handelt es sich um die beiden größten Strömungen im Islam. Sie entwickelten sich einst aus einem Streit über die Frage, wer der rechtmäßige Nachfolger des im Jahr 632 gestorbenen Propheten Mohammed ist. Allerdings geht es beim aktuellen Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran nicht um religiöse Fragen, sondern um Macht und Einfluss im Nahen Osten.

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