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Bombenanschlag : Viele Tote bei Anschlag auf iranische Revolutionsgarde

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Der bei einem Selbstmordanschlag zerstörte Bus der iranischen Nationalgarde steht am Straßenrand. Bild: dpa

Mindestens 20 Personen der elitären Nationalgarde sollen bei einem Bombenanschlag getötet worden sein. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur.

          Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Bus der Revolutionsgarden sind im unruhigen Südosten Irans mindestens 20 Menschen getötet worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Mittwoch meldete, ereignete sich die Explosion auf einer Straße zwischen den Städten Chasch und Sahedan in der Provinz Sistan und Belutschistan. Eine sunnitische Dschihadistengruppe bekannte sich zu dem Anschlag.

          Die Revolutionsgarden erklärten, die Truppen seien auf dem Rückweg von der Grenze gewesen, als ein mit Sprengstoff beladenes Auto neben ihrem Bus explodierte. In der mehrheitlich sunnitischen Grenzregion sind mehrere Rebellen- und Dschihadistengruppen aktiv, die immer wieder Anschläge auf die Sicherheitskräfte verüben.

          Die Gruppe Dschaisch al-Adl (Armee der Gerechtigkeit) habe in einer Erklärung die Verantwortung für den Anschlag übernommen, meldete die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars. Die Dschihadisten werden von der Regierung in Teheran als „terroristische“ Gruppe angesehen. Sie besteht aus ehemaligen Mitgliedern der sunnitischen Extremistengruppe Dschundallah, die bis 2010 in der Provinz Sistan und Belutschistan einen blutigen Widerstandskampf führte. Die Bevölkerung Irans ist zu 90 Prozent schiitisch, doch gibt es eine starke sunnitische Minderheit, die seit langem über Diskriminierung klagt.

          Anfang Dezember waren in der südöstlichen Hafenstadt Tschabahar bei einem Anschlag auf die Polizei zwei Menschen getötet worden. Die Regierung machte damals „vom Ausland unterstützte Terroristen“ verantwortlich. Teheran wirft Pakistan und Saudi-Arabien vor, die Dschihadisten in der Grenzregion zu unterstützen.

          Der jüngste Anschlag ereignete sich zwei Tage nach dem 40. Jahrestag des Siegs der Islamischen Revolution 1979. Das Jubiläum war am Montag in Teheran und anderen Städten mit offiziellen Kundgebungen gefeiert worden. Der Anschlag erfolgte zudem, während in Warschau auf Initiative der Vereinigten Staaten Vertreter von 60 Staaten zu einer Konferenz zusammenkamen, um über die „destabilisierenden“ Aktivitäten Irans in der Region zu beraten.

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