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Iran : Viele Tote bei Anschlag auf schiitische Moschee

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Bei einem Anschlag auf eine schiitische Moschee im Südosten Irans sind Dutzende Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden. Mutmaßlich hat eine sunnitische Rebellengruppe das Blutbad zu verantworten.

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          Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in der iranischen Hafenstadt Tscha-Bahar sind am Mittwoch mindestens 38 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden. Der Anschlag ereignete sich an dem Feiertag, an dem die schiitischern Muslime des Todes ihres dritten Imams Hossein gedenken. Zu dem Anschlag liegt noch keine Selbstbezichtigung vor. Mutmaßlich steckt jedoch die sunnitische Rebellengruppen „Dschundullah“ (Soldaten Gottes) hinter dem Blutbad.

          Die „Dschundullah“ fordern mehr Rechte für die sunnitischen Minderheit der Balutschen in der schiitischen Islamischen Republik und eine Beendigung der Diskriminierung. Sistan-Balutschistan gilt als die am meisten unterentwickelte Region Irans und ist die Hochburg der „Dschundullah“. Die Provinz ist mit Grenzen zu Pakistan und Afghanistan eine wichtige Transitstelle für den internationalen Drogenhandel. Iranische Sicherheitskräfte und Drogenbanden liefern sich dort erbitterte Kämpfe.

          Zuletzt waren bei einem Anschlag im vergangenen Juli auf eine schiitische Moschee der Stadt Zahedan in derselben Provinz 28 Menschen getötet worden. Zu jenem Anschlag hatten sich die „Dschundullah“ bekannt.

          Kurz zuvor hatte Iran den Führer der „Dschundullah“, Abdolmalek Rigi, hingerichtet. Er hatte sich auf einem Flug von Pakistan nach Dubai befunden, als iranische Jagdbomber das Passagierflugzeug über iranischem Boden zur Landung zwang. Kurz danach wurde Rigi hingerichtet. Rigi wurden zahlreiche Terroranschläge zur Last gelegt, unter anderem jenem vom Oktober 2009, als ein Selbstmordattentäter in der Region Pischin der Provinz Sistan-Belutschistan 42 Menschen in den Tod riss. Unter den Toten befanden sich 15 Revolutionsgardisten einige waren hochrangige Offiziere.

          Der Gouverneur der Provinz Sistan-Belutschistan, Ali Bateni, sagte, ein Selbstmordattentäter habe am Mittwoch die Explosion außerhalb der Moschee inmitten einer Menschenmenge ausgelöst. Der zweite habe rechtzeitig verhaftet werden können. Es habe also nur eine Detonation gegeben. Ein Sprecher des Roten Halbmonds in Iran sagte in Teheran, seit einigen Tagen habe es anonyme Drohungen auf bevorstehende Anschläge in Iran gegeben, so dass seine Organisation in Alarmbereitschaft gewesen sei.

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