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Iran-Kommentar : Harte Linien

  • -Aktualisiert am

Der iranische Präsident Hassan Rohani im Mai 2017 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Teheran Bild: dpa

Mit Großsprecherei kann man die eigene Anhängerschaft beeindrucken – einen internationalen Konflikt lösen kann man damit nicht. Das gilt besonders für Iran und Amerika.

          Mit Großsprecherei kann man die eigene Anhängerschaft beeindrucken, nicht aber einen internationalen Konflikt lösen. Das gilt besonders für Iran und Amerika, deren Präsidenten sich gerade im Tonfall von Halbstarken austauschen. Im Falle von Trump ist man das ja schon gewohnt. Interessanter ist, dass nun auch Rohani, der Repräsentant der iranischen Reformer, auf eine harte Linie gegen Amerika einschwenkt.

          Die faktische Kündigung des Atomabkommens hat also erst einmal nur dazu geführt, dass sich in Teheran die Reihen schließen. Trump will es nun offenbar mit neuen Sanktionen gegen die oberste Führung versuchen. An seinen (unter dem Strich bisher äußerst mageren) Erfolg mit Nordkorea wird er da allerdings kaum anknüpfen können. Iran ist bei weitem nicht so isoliert wie das Kim-Regime, was unter anderem an der Position der EU liegt.

          Europa und Amerika treten in der Iranpolitik vielleicht nicht als Feinde auf, wie Trump das kürzlich nannte, aber doch als offene Widersacher. Davon haben am Ende nur die wahren Gegner Amerikas etwas, und zwar nicht nur die in Iran.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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