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Iran : Tillerson fordert Änderungen am Atomabkommen

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Amerikas Außenminister Rex Tillerson Bild: AFP

Der amerikanische Außenminister hält die Iran-Vereinbarung für nicht streng genug. In einem TV-Interview droht er: Sollte es keine Änderungen geben, würden sich die Vereinigten Staaten aus dem Pakt zurückziehen.

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          Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson hat Änderungen am Atomabkommen mit Iran gefordert. Anderenfalls könnten die Vereinigten Staaten nicht länger Teil des Pakts sein, sagte der amerikanische Chefdiplomat dem Sender „Fox News“ am Dienstag. Er kritisierte insbesondere die Auslaufklauseln in dem Abkommen. Der Vertrag sei „nicht streng genug“ und reiche nicht aus, um das Atomprogramm Irans zu bremsen, sagte Tillerson. „Wir können beinahe den Countdown zählen bis zu dem Moment, wo sie ihre Atomwaffenfähigkeiten wieder herstellen werden“, warnte er.

          Zuvor hatte Präsident Donald Trump in einer Rede vor der UN-Vollversammlung Iran als wirtschaftlich erschöpften Schurkenstaat bezeichnet, der Gewalt exportiere. Das 2015 von seinem Vorgänger Barack Obama geschlossene Atomabkommen mit der Islamischen Republik nannte Trump peinlich und einseitig. Er deutete zudem an, die internationale Vereinbarung Mitte Oktober nicht abermals zu bestätigen.

          Abkommen hat laut Merkel Vorbildcharakter

          Bundeskanzlerin Angela Merkel führte das Atomabkommen mit Iran hingegen als Beispiel an, wie die internationale Gemeinschaft eine diplomatische Lösung mit Nordkorea erreichen könnte. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron verteidigte vor den UN das Atomabkommen als eine gute Vereinbarung. Eine Abkehr davon wäre ein schwerer Fehler, es nicht zu respektieren wäre unverantwortlich.

          Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach sich dafür aus, das Abkommen aufzukündigen oder grundlegend zu ändern. Iran wird vorgeworfen, nach Atomwaffen zu streben, was in der Region vor allem Israel besorgt. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück. Außenminister Mohammad Dschawad Sarif bezeichnete Trumps Äußerungen vor der UN-Vollversammlung als „ignorante Hass-Rede“. Die Äußerungen gehörten ins Mittelalter, nicht in die heutige Zeit, twitterte er.

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