https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/iran-strassenkaempfe-nach-freitagsgebet-befuerchtet-15374614.html

Nach Freitagsgebet : Straßenkämpfe in Iran befürchtet

  • Aktualisiert am

Regimeanhänger bei einer Demonstration in Mashad Bild: AFP

Allen Drohungen und Festnahmen zum Trotz – die Proteste gehen weiter. Auch das Regime will heute seine Unterstützer in 40 Städten auf die Straße schicken.

          1 Min.

          Trotz einer Welle von Festnahmen und Drohungen der iranischen Führung gegen Demonstranten haben auch in der Nacht auf Freitag wieder Regimekritiker protestiert. Berichten und Videos in sozialen Medien zufolge gab es offenbar Kundgebungen in mehreren Städten. Manche wirkten wie kleine Sit-Ins mit Gesang, andere wie Märsche mit Hunderten Teilnehmern. Unabhängig ließen sich Berichte und Datierung nicht überprüfen. Die staatlichen Medien berichten nicht über die regimekritischen Proteste. Informationen aus Kreisen der Demonstranten werden oft unterdrückt.

          Möglicherweise gab es auch in der Hauptstadt Teheran wieder Kundgebungen. Bisher war es dort wie in anderen urbanen Zentren eher ruhig geblieben. Die Proteste hatten sich vor allem in ländlichen Gebieten abgespielt.

          Die weitgehend führerlosen und spontanen Proteste waren in den vergangenen Tagen abgeebbt. An diesem Freitag, einem freien Tag, befürchten Beobachter allerdings wieder mehr Proteste, außerdem Konfrontationen zwischen Anhängern und Gegnern des Regimes.

          Die iranische Führung plant nach dem Freitagsgebet in 40 Bezirken der Hauptstadt Demonstrationen gegen die Regimekritiker. Beobachter erwarten provokante Reden gegen die Demonstranten. Gleichzeitig gibt es Berichte in sozialen Medien, dass Demonstranten das Gebet mit regimekritischen Slogans stören wollen.

          Die Proteste gegen Führung und Klerus hatten vor neun Tagen zunächst mit Kundgebungen gegen die Wirtschafts- und Außenpolitik begonnen, wurden aber zunehmend systemkritisch. Mehr als 1000 Demonstranten sollen festgenommen worden sein. Mindestens 19 Menschen starben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Twitter-Kauf : Elon Musk kapituliert

          Der Tesla-Chef macht eine abrupte Kehrtwende und bietet an, Twitter nun doch zum vereinbarten Preis zu kaufen. Twitter plant den Verkauf an Elon Musk abzuschließen. Damit fällt der Showdown vor Gericht vermutlich aus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.