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Trauerfeier in Teheran : Soleimanis Tochter droht Amerika mit „schwarzem Tag“

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Die Trauerfeierlichkeiten in Teheran für den getöteten iranischen General Soleimani am Montag Bild: EPA

Laut dem iranischen Staatsfernsehen sind in Teheran Millionen Menschen zur Trauerzeremonie für den getöteten General Soleimani zusammengekommen. Das geistliche Oberhaupt Chamenei sprach ein Gebet am Sarg – und vergoss Tränen.

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          Den Vereinigten Staaten und ihrem Verbündeten Israel steht nach den Worten der Tochter des getöteten iranischen Generals Qassem Soleimani ein schwarzer Tag bevor. „Verrückter Trump, denke nicht, dass mit dem Märtyrertod meines Vaters alles vorbei ist“, sagte Seinab Soleimani vor einer großen Menge bei den Trauerfeierlichkeiten für ihren Vater in der iranischen Hauptstadt Teheran. Die Nato hat wegen der Zuspitzung des Konflikts eine Sondersitzung einberufen. Für Montag sei ein Treffen des Nordatlantikrats auf Ebene der Botschafter angesetzt worden, teilte das Verteidigungsbündnis in Brüssel mit. Dabei solle über die Lage im Nahen Osten beraten werden.

          Eine große Menschenmenge hatte sich in Teheran zu der Trauerzeremonie für Soleimani versammelt. Staatlichen Medien zufolge geht die Zahl der Teilnehmer in die Millionen. Das Ausmaß erinnerte an das Begräbnis von Ajatollah Ruhollah Chomeini 1989, der die Islamische Republik gegründet hatte. Die Regierung hatte den Montag in Teheran zum Feiertag erklärt, damit dort alle Menschen an der Zeremonie teilnehmen können. Überall waren Poster von Soleimani aufgestellt mit der Aufschrift: Du bist weg, aber Dein Weg wird weitergeführt.“

          Die in Schwarz gekleideten Menschen kamen am Montag im Umfeld der Universität von Teheran zusammen. Auch führende Vertreter des Landes nahmen an der Zeremonie auf dem Gelände der Universität teil. Irans geistliches Oberhaupt Ali Chamenei sprach ein Gebet an Soleimanis Sarg. Dabei versagte ihm die Stimme. In Aufnahmen des Staatsfernsehens ist zu sehen, wie Chamenei Tränen vergießt. Begleitet wurde er von Staatschef Hassan Rohani, Parlamentspräsident Ali Laridschani und dem Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Salami. Auch Soleimanis Sohn und der Amtsnachfolger des getöteten Generals, Ismaeil Gha'ani, versammelten sich um den Sarg.

          Viele Menschen hielten Porträts Soleimanis in die Höhe. Der General hatte die für Auslandseinsätze zuständigen Al-Quds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden befehligt und besaß auch großen politischen Einfluss im Nahen Osten. In der Menge wurden viele iranische und rote Fahnen geschwenkt – Rot gilt in Iran als die Farbe der „Märtyrer“. Die Rufe „Tod Amerika“ und „Tod Israel“ erschallten.

          Die tagelangen Trauerfeierlichkeiten für Soleimani hatten am Sonntag in der südwestiranischen Stadt Ahvas begonnen. Dort waren die sterblichen Überreste Soleimanis durch die Straßen getragen worden, bevor sie weiter in die nordöstliche Stadt Maschhad und dann nach Teheran gebracht wurden.

          Chamenei hatte kurz nach der Tötung des Generals bei einem gezielten amerikanischen Drohnenangriff nahe des Flughafens von Bagdad eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Er drohte den Vereinigten Staaten mit „schwerer Vergeltung“.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sowie Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hatten am Sonntagabend alle Seiten zu „äußerster Zurückhaltung“ aufgerufen. „Es kommt nunmehr entscheidend darauf an, zu deeskalieren“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die das Bundespresseamt in Berlin am Sonntagabend veröffentlichte. „Wir appellieren an alle beteiligten Akteure, äußerste Zurückhaltung und Verantwortungsbewusstsein an den Tag zu legen. Die aktuelle Spirale der Gewalt in Irak muss beendet werden.“

          Merkel, Macron und Johnson forderten die Führung in Iran dazu auf, von sämtlichen Maßnahmen abzusehen, die nicht im Einklang mit dem Atomabkommen stünden. Zuvor hatte das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf Präsident Rohani gemeldet, dass das Land sich nicht länger an die in dem Abkommen enthaltenen Beschränkungen der Anreicherung und Lagerung von Uran gebunden fühle. Auch die Forschung und Entwicklung rund um das Nuklearprogramm werde unbegrenzt fortgesetzt.

          Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen laut dem deutschen Außenminister Heiko Maas noch am Montag über die von Iran angekündigte weitere Abkehr vom Atomabkommen beraten. „Das, was der Iran jetzt angekündigt hat, werden wir nicht einfach so achselzuckend hinnehmen können“, sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. Die Pläne Irans stünden nicht im Einklang mit dem Atomvertrag. Nach Gesprächen mit Iran und Konsultationen mit der Internationalen Atomenergiebehörde werde eine Entscheidung getroffen. „Einfacher ist das nicht geworden, und das kann auch der erste Schritt für ein Ende dieses Abkommens sein, was ein großer Verlust wäre.“ Eine mit Frankreich und Großbritannien koordinierte Reaktion sei in dieser Woche zu erwarten.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat derweil dem Irak gedroht. Die Regierung in Bagdad müsse die Kosten für bestimmte von den Vereinigten Staaten im Irak gebaute Infrastruktur zurückerstatten, darunter ein moderner Luftwaffenstützpunkt, der Milliarden Dollar gekostet habe. „Wir ziehen nicht ab, es sei denn, sie erstatten uns das zurück“, sagte Trump den Angaben zufolge. Sollte es keine einvernehmliche Lösung geben, müsse zu Sanktionen gegriffen werden, sagte er demnach weiter. „Im Vergleich dazu werden die Iran-Sanktionen einigermaßen harmlos erscheinen“, drohte er mitreisenden Journalisten zufolge. Das Parlament in Bagdad hatte am Sonntag eine Resolution beschlossen, in der der Abzug der ausländischen Truppen, die Teil der Anti-IS-Koalition sind, gefordert wird.

          Die Präsidentin des Repräsentantenhauses in Washington, Nancy Pelosi, von den oppositionellen Demokraten kündigte ihrerseits eine Resolution an, mit der die militärischen Möglichkeiten von Präsident Donald Trump hinsichtlich Irans begrenzt werden sollen. Die Kongresskammer solle darüber noch in dieser Woche abstimmen.

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