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Bruch des Atomabkommens : Iran nimmt moderne Zentrifugen in Betrieb

  • Aktualisiert am

40. Jahrestag der Geiselnahme: Schülerinnen protestieren vor der ehemaligen amerikanischen Botschaft in Teheran. Bild: dpa

Teheran setzt seine Politik der Nadelstiche fort: Jetzt gehen angeblich 30 leistungsstarke Zentrifugen zur Anreicherung von Uran in Betrieb.

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          Iran hat nach eigenen Angaben weitere moderne Zentrifugen zur Anreicherung von Uran in Betrieb genommen. Damit entfernt sich das Land weiter von seinen Verpflichtungen aus dem Atomabkommen.

          „Heute werden wir Zeugen des Starts einer Reihe von 30 IR-6-Zentrifugen“, sagte der Leiter der iranischen Atomenergie-Organisation, Ali Akbar Salehi, am Montag im staatlichen Fernsehen. Sein Land produziere nun täglich fünf Kilogramm angereicherten Urans. Das sei zehnmal mehr als noch vor zwei Monaten. Der Schritt werde die Fähigkeiten und die Entschlossenheit Irans demonstrieren.

          Salehi äußerte sich am 40. Jahrestag des Sturms auf die amerikanische Botschaft. Damals waren 52 Diplomaten der Vereinigten Staaten 444 Tage lang als Geiseln gehalten worden.

          Die Vereinigten Staaten waren 2018 unter Präsident Donald Trump einseitig aus dem Atomabkommen mit Iran ausgestiegen und haben seither harte Sanktionen gegen das Land verhängt. Iran reagiert darauf seit einiger Zeit, indem es seinerseits immer weitere Verpflichtungen aus der Vereinbarung von 2015 verletzt.

          Propaganda-Zentrifuge: 2012 verbreitete Iran dieses Bild von Gaszentrifugen zur Urananreicherung; angeblich standen sie in der Anlage in Natans.
          Propaganda-Zentrifuge: 2012 verbreitete Iran dieses Bild von Gaszentrifugen zur Urananreicherung; angeblich standen sie in der Anlage in Natans. : Bild: Reuters

          Der Pakt legt detailliert fest, wie viele Zentrifugen welcher Bauart Iran für die zivile Nutzung der Atomenergie benutzen darf. Bis Ende 2025 darf das Land demnach nur seine ältesten Zentrifugen benutzen. Je mehr moderne Zentrifugen Iran betriebsbereit hält, desto kürzer wäre die sogenannte Breakout-Zeit: die Zeit, die das Land nach einem endgültigen Bruch mit dem Atompakt brauchte, um genug hoch angereichertes Uran für eine Atombombe herzustellen.

          Deutschland war an der Aushandlung des Atomabkommens, das auch Frankreich, Großbritannien, Russland und China unterzeichnet haben, maßgeblich beteiligt. Anders als Präsident Trump wollen die übrigen Partner an der Vereinbarung festhalten. Vergeblich dringen sie in Teheran darauf, trotz der amerikanischen Sanktionen die Auflagen des Pakts zu befolgen.

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