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Konflikt mit Iran : Wer steckt hinter den Angriffen auf Tanker im Golf?

Der saudische König Salman Bild: dpa

Nach den Sabotageakten gegen vier Öltanker im Persischen Golf verdächtigen die Vereinigten Arabischen Emirate Iran. Doch Teheran streitet die Vorwürfe ab und wirft Washington psychologische Kriegsführung vor.

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          Die Vereinigten Arabischen Emirate vermuten einen „staatlichen Akteur“ hinter den Sabotageakten gegen vier Öltanker vor ihrer Küste am 12. Mai. Es gebe „starke Hinweise“, dass es sich um eine „komplexe und koordinierte Operation“ gehandelt habe, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Emirate, Saudi-Arabiens und Norwegens, unter deren Flaggen die angegriffenen Tanker fuhren. Zuvor waren am Donnerstag dem UN-Sicherheitsrat erste Ermittlungsergebnisse präsentiert worden.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Die Erklärung nennt es „hochwahrscheinlich“, dass die vier Schiffe mit Haftminen angegriffen worden seien. Taucher wurden demnach von Schnellbooten abgesetzt, sie hätten die Minen so angebracht, dass die Schiffe zwar beschädigt, aber nicht versenkt wurden und es keine große Explosion gab. Die Saboteure hätten offensichtlich gute Kenntnisse über die Bauart der Tanker gehabt.

          „Verantwortung ... auf den Schultern Irans“

          Der Angriff sei eine Bedrohung für die internationale Handelsschifffahrt und die globale Energieversorgung und gefährde zudem Frieden und Sicherheit, heißt es in der Stellungnahme. Eine direkte Beschuldigung wurde nicht ausgesprochen, aber Iran wird verdächtigt, hinter der Operation zu stecken. Der saudische UN-Botschafter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das Königreich sei der Ansicht, „dass die Verantwortung für diese Aktion auf den Schultern Irans“ liege. Sowohl Saudi-Arabien als auch die Emirate werden nicht müde, hervorzuheben, Iran sei eine Bedrohung für die Sicherheit der Region und der Welt.

          Die iranische Führung hat bestritten, hinter dem Vorfall zu stecken, und Washington beschuldigt, psychologische Kriegsführung zu betreiben. Der amerikanische Nationale Sicherheitsberater, John Bolton, hatte schon zuvor gesagt, „Seeminen mit ziemlicher Sicherheit aus Iran“ hätten den Schaden an den Schiffen verursacht. Der Angriff war in eine Zeit steigender Spannungen zwischen Iran auf der einen und den Vereinigten Staaten sowie ihren arabischen Alliierten auf der anderen Seite gefallen. Es herrscht weiter Sorge, dass der Konflikt zu einer militärischen Konfrontation führen könnte. Der deutsche Außenminister Heiko Maas will auf einer Reise, die ihn zu Pfingsten unter anderem nach Abu Dhabi und Teheran führt, „für Besonnenheit und Deeskalation werben“.

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