Über 1500 Kilometer Reichweite :
Iran meldet Entwicklung von Mittelstrecken-Marschflugkörper

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Ein bewaffneter iranischer Soldat der Revolutionsgarde steht im April 2022 vor einer Shahab-3-Rakete, die während der jährlichen pro-palästinensischen Kundgebung zum Al-Quds-Tag, dem Jerusalem-Tag, gezeigt wird. (Symbolbild)
Der Marschflugkörper könne 1650 Kilometer entfernte Ziele erreichen, sagt ein Militärkommandeur im iranischen Staatsfernsehen. Russland erwägt laut den USA, Kampfflugzeuge an Iran zu liefern.

Iran hat nach eigenen Angaben einen Marschflugkörper mit erheblicher Reichweite entwickelt. „Der Marschflugkörper, der eine Reichweite von 1650 Kilometern erreichen kann, wurde dem Raketenarsenal der Islamischen Republik Iran hinzugefügt“, sagte der Kommandeur der Luft- und Raumfahrtkräfte der Revolutionsgarden, Amirali Hajizadeh, im Staatsfernsehen, das angeblich auch erste Bilder des neuen Paveh-Marschflugkörpers zeigte.

Iran hat sein Raketenprogramm gegen den Widerstand der Vereinigten Staaten und die Besorgnis der europäischen Länder erweitert und behauptet, es sei rein defensiv und diene der Abschreckung. Erst im November hatte die staatsnahe Nachrichtenagentur Tasnim gemeldet, Iran habe laut Hajizadeh eine ballistische Überschallrakete gebaut. Die Vereinigten Staaten zeigten sich damals skeptisch gegenüber dem Bericht.

Russland erwägt amerikanischen Angaben zudem die Lieferung von Kampfflugzeugen an Iran. „Wir glauben, dass Russland dem Iran eine nie dagewesene Verteidigungszusammenarbeit anbieten könnte, einschließlich bei Raketen, Elektronik und Luftverteidigung“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby, am Freitag in Washington. „Wir glauben, dass Russland den Iran mit Kampfjets versorgen könnte“, fügte er hinzu.

Laut Kirby möchte Iran mit russischer Hilfe sein Militär stärken, im Tausch gegen iranische Waffen, die Moskau im Krieg gegen die Ukraine einsetzt. Zu der von Teheran gesuchten Ausrüstung gehören demnach auch Hubschrauber, Radargeräte und Schulungs-Kampfflugzeuge aus Russland. Es gehe um militärisches Gerät mit einem Wert in Milliardenhöhe.

Kirby erläuterte, Iran habe bereits hunderte Drohnen sowie Artillerie und Panzermunition an Russland geliefert und seine „Unterstützung für Russlands Krieg ausgebaut“. „Wir hatten Sorgen, dass es in beide Richtungen geht, und diese Sorgen werden zweifellos verwirklicht“, sagte Kirby.