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Iran-Konflikt : Russland warnt Amerika vor Entsendung weiterer Truppen

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Russlands Präsident Wladimir Putin und der iranische Staatschef Hassan Rohani bei einem Treffen im Jahr 2017 Bild: dpa

Das Risiko für eine weitere Zuspitzung des Konflikts mit Iran steige durch zusätzliche amerikanische Soldaten in der Region, sagt der russische Vizeaußenminister. Auch aus China kommen mahnende Worte.

          Russland reagiert besorgt auf Pläne der Vereinigten Staaten, weitere Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden. „Dies bereitet uns große Sorgen“, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Dienstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. „Und das allein schon der Tatsache wegen, dass eine starke Konzentration von Kräften und Mitteln das Risiko eines Zusammenstoßes oder einer unerwünschten Zuspitzung erhöht.“ Allerdings sei noch nicht ganz klar, worauf Washington mit einem solchen Schritt abziele, sagte Rjabkow.

          Amerikas Präsident Donald Trump hatte am Montag angekündigt, rund 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten zu schicken. Dem amtierenden amerikanische Verteidigungsminister Patrick Shanahan zufolge werden die Soldaten zu „Verteidigungszwecken“ in die Region entsandt. Er betonte aber: „Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt mit Iran an.“

          Auch der chinesische Außenminister Wang Yi äußerte sich am Dienstag zu Trumps Ankündigung. „Wir rufen alle Parteien auf, vernünftig zu bleiben“, sagte er in Peking. Es dürfe keine „Pandora-Büchse“ geöffnet werden, sagte Wang mit Blick auf die am Vortag von den Vereinigten Staaten angekündigte Entsendung von weiteren tausend Soldaten in die Nahost-Region.

          Der chinesische Außenminister forderte zugleich die iranische Regierung auf, das 2015 unterzeichnete Atomabkommen nicht „leichtfertig“ aufzugeben. Die iranische Atomenergiebehörde hatte am Montag angekündigt, das Land werde noch im Juni die in der Vereinbarung festgelegte Menge von angereichertem Uran überschreiten. Damit erhöhte Teheran den Druck auf die Europäer, mehr für die Umsetzung der wirtschaftlichen Seite des Atomabkommens zu tun.

          Die Vereinigten Staaten und Iran sollten „zurückhaltend“ bleiben und „nicht irgendwelche Maßnahmen ergreifen, um eine Eskalation der Spannungen in der Region zu provozieren“, sagte Wang bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem syrischen Außenminister Walid Muallem. „Vor allem die Vereinigten Staaten sollten ihre Praxis des extremen Drucks ändern“, sagte er.

          Zuletzt verschärften mutmaßliche Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Der japanische Tanker „Kokuka Courageous“ und die „Front Altair“ aus Norwegen hatten am Donnerstag im Golf von Oman Notrufe abgesetzt, nachdem es bei beiden Schiffen an der Wasserlinie Explosionen gegeben hatte. Der amerikanische Präsident Donald Trump wies Teheran die Verantwortung zu. Am Montag veröffentlichte die amerikanische Armee neue Bilder, welche die Verantwortung Irans für die Attacken belegen sollen. Iran weist die Anschuldigungen zurück.

          Die Vorfälle ereigneten sich einen Monat nach mutmaßlichen Sabotageakten gegen vier Schiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Auch in diesen Fällen machten die Vereinigten Staaten Iran verantwortlich – und Teheran wies dies ebenfalls zurück. Amerika hatte zuvor ihre Truppen in der Golfregion unter Verweis auf eine angebliche Bedrohung durch Iran massiv verstärkt.

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          Das Abstimmungsergebnis fiel am Dienstag aber, mit 266 Stimmen dafür und 213 dagegen, knapper aus, als gedacht. Die deutsche Wirtschaft würdigte das Votum als wichtigen Meilenstein.

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