https://www.faz.net/-gpf-9abjr

Drohung aus Teheran : Iran könnte aus Atomwaffensperrvertrag aussteigen

  • Aktualisiert am

Der iranische Atomreaktor Buschehr Bild: Reuters

Iran macht im Atomstreit weiter Druck. Sollte das Land seine Drohung tatsächlich umsetzen, müsste es sich an keine international anerkannten Atomvorschriften mehr halten.

          Iran hat für den Fall eines Scheiterns des Atomabkommens mit Konsequenzen bis hin zu einem Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag gedroht. „Wir werden in dem Fall natürlich die Zusammenarbeit mit der Internationalen Energiebehörde (IAEA) stufenweise revidieren“, sagte der Sprecher der iranischen Atomorganisation, Behrus Kamalwandi, am Samstag.

          Zunächst würde Iran laut Kamalwandi der Wiener Behörde mitteilen, dass er seine Verpflichtungen aus dem Atomdeal nicht mehr erfüllen werde. Danach würde das Land dann auch das IAEA-Zusatzprotokoll verlassen. „Im Notfall könnte Iran auch aus dem Atomwaffensperrvertrag aussteigen (...) das jedoch müsste von höchster Stelle entschieden werden“, so der Sprecher laut Nachrichtenagentur Isna.

          Laut Kamalwandi will Iran aber grundsätzlich weiterhin am Atomdeal festhalten. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte das Abkommen gegen den Widerstand der europäischen Partner aufgekündigt.

          Ohne die Verpflichtungen des Wiener Atomabkommens von 2015, würde der kurzfristig sein Nuklearprogramm – besonders die Urananreicherung – ohne die Limitierung in dem Abkommen wieder aufnehmen. Damit wäre das Land zumindest technisch wieder in der Lage, an Atomwaffen zu bauen. Ohne das IAEA-Zusatzprotokoll würde Teheran die Inspektionen der Wiener UN-Behörde limitieren. Ohne den Atomwaffensperrvertrag würde sich der Gottesstaat an keine der international anerkannten Atomvorschriften mehr halten.

          Weitere Themen

          Iran veröffentlicht Kaperung des Tankers Video-Seite öffnen

          London droht mit Sanktionen : Iran veröffentlicht Kaperung des Tankers

          Iran hatte den Tanker beschlagnahmt, weil er in einen Unfall mit einem Fischerboot verwickelt gewesen sein soll und dessen Notruf ignoriert habe. Großbritannien beklagt einen Verstoß gegen das Völkerrecht – und droht mit Konsequenzen.

          Kreuzfahrtschiff nimmt 111 Migranten auf

          Vor Halbinsel Peloponnes : Kreuzfahrtschiff nimmt 111 Migranten auf

          Seit die Balkanroute weitgehend geschlossen ist, versuchen viele Migranten, aus Griechenland oder der Türkei nach Italien zu kommen. Nun nahm die „Marella Discovery“ zahlreiche Menschen auf, die in griechischen Gewässern in Seenot geraten waren.

          Topmeldungen

          Manchmal unangenehm, aber wichtig: Aufklärungsunterricht für Kinder.

          FAZ Plus Artikel: Aufklärung für Kinder : „Mein Körper gehört mir“

          Kinder stark machen, ihren Missbrauch verhindern: Die Pro-Familia-Sexualberater Maria Etzler und Florian Schmidt geben Tipps, wie Erwachsene Aufklärungsgespräche führen und welche Regeln für Kinder bei Doktorspielen gelten sollten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.