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Atomstreit : Iran kommt der Atombombe näher

  • Aktualisiert am

Irans Präsident Ahmadineschad Bild: REUTERS

Nach Angaben des Präsidenten Ahmadineschad hat Iran die Zahl seiner Gaszentrifugen zur Urananreicherung auf mehr als 3.000 erhöht. Damit könnte das Land schon bald genügend Material für eine Atombombe gewinnen. Nordkorea verspricht dagegen, sein Atomprogramm zu beenden.

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          Iran hat nach den Worten seines Präsidenten Ahmadineschad in den vergangenen Monaten die Zahl seiner im Atomzentrum Natans installierten Gaszentrifugen zur Urananreicherung auf mehr als 3000 erhöht. Jede Woche würden weitere Gaszentrifugen dazukommen, sagte der Präsident am Sonntag nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars vor Studenten in Teheran.

          Ungeachtet ablehnender Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen hatte Iran im Juli schon rund 2000 Zentrifugen in Betrieb. Nach Schätzungen internationaler Wissenschaftler brauchte das Land mit rund 3000 Zentrifugen bei Dauerbetrieb bis zu ein Jahr, um genügend hochangereichertes Uran für eine Atombombe zu gewinnen.

          Iran teilte am Sonntag mit, die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA fortsetzen zu wollen. Sollte der UN-Sicherheitsrat aber weitere Sanktionen verhängen, werde man „neue Optionen“ in Betracht ziehen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

          Nordkorea macht Amerikanern Zusagen

          Dagegen will Nordkorea sein Atomprogramm nach amerikanischen Angaben noch in diesem Jahr vollständig offenlegen und stoppen. Das habe das kommunistische Land bei zwei Tage langen Gesprächen in Genf zugesagt, teilte der amerikanische Chefunterhändler Christopher Hill am Sonntag mit.

          Der nordkoreanische Unterhändler Kim Kye Gwan bestätigte dies. Am Sonntag sagte er: „Wir haben eindeutig unseren Willen gezeigt, alle Atomanlagen offenzulegen und abzubauen.“ Im Gegenzug werde sein Land „politische und wirtschaftliche Entschädigung“ erhalten. Die Einzelheiten sollen in der nächsten Runde der Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Programm Mitte des Monats in China geklärt werden.

          Bei den Gesprächen in Genf ging es unter anderem darum, wie der Nachweis über die Stilllegung der nordkoreanischen Atomanlagen geführt werden soll. Außerdem wurden Schritte zur Aufwertung der Beziehungen zwischen beiden Staaten diskutiert.

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