https://www.faz.net/-gpf-9o71a

Pentagon bestätigt : Iran hat amerikanische Drohne abgeschossen

  • Aktualisiert am

Eine Drohne vom Typ Northrop Grumman RQ-4 (Global Hawk) der amerikanischen Streitkräfte Bild: dpa

Donald Trump wirft Iran nach dem Abschuss einen „sehr großen Fehler“ vor. Die Revolutionsgarden behaupten, der „Global Hawk“ sei in iranischen Luftraum eingedrungen – man habe konsequent reagiert.

          2 Min.

          Das Pentagon hat den Abschuss einer amerikanischen Aufklärungsdrohne durch Iran bestätigt. Die Überwachungsdrohne der Marine habe sich über der Straße von Hormus befunden, teilte das amerikanische Verteidigungsministerium am Donnerstag in einer Erklärung mit. Ein Sprecher des für die Region zuständigen amerikanischen Zentralkommandos hatte zunächst den Abschuss nicht bestätigt und lediglich mitgeteilt, dass im genannten Zeitraum „keine US-Flugzeuge im iranischen Luftraum im Einsatz“ gewesen seien.

          Der Chef der iranischen Revolutionsgarden, Hussein Salami, sagte der Abschuss sei eine „klare und konsequente Botschaft“ an diejenigen gewesen, die die Grenzen Irans verletzen wollten. Donald Trump reagierte auf Twitter auf den Vorfall: „Iran hat einen sehr großen Fehler gemacht!“

          Iran hat am Donnerstagmorgen mitgeteilt, eine amerikanische Drohne abgeschossen zu haben. Die iranischen Revolutionsgarden hätten die „amerikanische Spionage-Drohne“ vom Typ „RQ-4A Global Hawk“ über der südiranischen Provinz Hormusgan abgeschossen, teilte die Eliteeinheit der Streitkräfte des Landes über ihr Nachrichtenportal „Sepah“ mit. Die Drohne soll den Luftraum Irans verletzt haben, als sie über die Provinz flog. Sie grenzt direkt an den Persischen Golf.

          Das amerikanische Verteidigungsministerium wies die iranischen Angaben, wonach das Fluggerät über Iran flog, als „falsch“ zurück. Sie habe sich „in internationalem Luftraum" befunden. Die Straße von Hormus ist eine Meerenge, die den Persischen Golf mit der Arabischen See und dem Indischen Ozean verbindet. Schiffe, die sie passieren, müssen die Hoheitsgewässer des Oman und Irans durchfahren.  

          Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran hatten sich in den vergangenen Wochen drastisch verschärft. So machte Washington Teheran kürzlich für den mutmaßlichen Angriff auf zwei Tanker im Golf von Oman verantwortlich. Iran hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Auch der Streit um das iranische Atomprogramm wird immer schärfer geführt.

          Noch am Mittwoch hatte der iranische Sicherheitsrat (SNSC) erklärt, seiner Einschätzung nach werde es jedoch keinen Krieg zwischen Iran und den Vereinigten Staaten geben. „Es besteht überhaupt kein Grund für einen Krieg, denn amerikanische Unterstellungen gegen andere Länder sind eine weltweit bekannte Taktik der Vereinigten Staaten, um politischen Druck auszuüben“, sagte SNSC-Sekretär Ali Schamchani der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

          Der Anführer der Revolutionsgarden in Iran verurteilte den Flug der Drohne als Grenzverletzung. General Hussein Salami sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim: „Die Grenzen sind unsere rote Linie.“ Weiter äußerte er, dass „wir keinen Krieg anstreben, aber wir sind bereit, auf jegliche Kriegserklärung zu antworten“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer im Oktober in Paris

          Islamismus in Frankreich : Kleingruppen gegen Fundamentalismus

          Mit einer neuen Schulpolitik will Frankreich Jugendliche aus Einwandererfamilien besser fördern – und so dem Islamismus entgegenwirken. Bildungsminister Blanquer hat als Schuldirektor den wachsenden Einfluss des Fundamentalismus erlebt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.