https://www.faz.net/-gpf-ac97j

Entgegen des Atomabkommens : Iran hat 2,4 Kilogramm fast waffentaugliches Uran

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, Anfang des Jahres in Wien Bild: dpa

Iran hat 2,4 Kilogramm Uran auf mehr als 60 Prozent angereichert, teilt die Internationale Atomenergiebehörde mit. Über eine Rückkehr zum Atomabkommen von 2015 wird nach wie vor in Wien verhandelt.

          1 Min.

          Iran hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) inzwischen mehr als 2,4 Kilogramm Uran auf mehr als 60 Prozent angereichert. Das ist ein Anreicherungsgrad, den IAEA-Chef Rafael Grossi kürzlich mahnend als „fast waffentauglich“ bezeichnet hat. Insgesamt hat Iran 3,2 Tonnen angereichertes Uran in seinen Beständen, 16 Mal mehr, als das Atomabkommen von 2015 erlaubt. Hoch anreichern (über 20 Prozent) dürfte Iran demnach gar nicht. Über eine Rückkehr zum Abkommen wird nach wie vor in Wien verhandelt.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Diplomaten rechnen mit einer baldigen Entscheidung, ob diese Wiederherstellung des JCPOA genannten Abkommens gelingt. Zunächst waren die Vereinigten Staaten aus dem JCPOA ausgestiegen, dann hat auch Iran die Bestimmungen zunehmend verletzt. Beide Seiten bekunden jetzt grundsätzliche Bereitschaft zu einer Rückkehr zu der Vereinbarung. Verhandelt wird darüber, wie eine Aufhebung der amerikanischen Sanktionen und eine Rückführung der Uranbestände und technischen Kapazitäten in Iran „sequenziert“, also im wechselseitigen Abtausch vollzogen werden können. Am Montag sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums in Teheran: „Wir sollten nichts überstürzen. Wir haben wesentliche Fortschritte gemacht, aber zentrale Fragen sind offen.“

          Der Bericht, den Grossi am Montag wie jedes Vierteljahr den Vertretern der IAEA-Mitgliedstaaten vorlegte, weist nicht nur mahnend auf die Bestände hin, die Iran inzwischen angereichert hat. Grossi nennt auch zahlreiche Einschränkungen, denen die IAEA-Inspekteure inzwischen – ebenfalls entgegen den JCPOA-Bestimmungen – unterworfen seien. So könnten die Inspekteure nicht mehr den Bau von Anreicherungs-Zentrifugen und die Herstellung von Uranerz überwachen, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Zumindest hat Grossi vor einer Woche mit Iran vereinbart, dass die Anreicherungsvorgänge weiterhin technisch aufgezeichnet werden und dass diese Daten vorerst gespeichert und versiegelt aufbewahrt werden – vorerst für einen Monat.

          Weitere Themen

          Laschets Nachfolger will durchstarten

          Hendrik Wüst : Laschets Nachfolger will durchstarten

          Hendrik Wüst ist zum Vorsitzenden der nordrhein-westfälischen CDU gewählt worden. Vorgänger Armin Laschet nutzt seine Abschiedsrede für eine Botschaft an die, die ihm im CDU-Bundesvorsitz folgen wollen.

          Topmeldungen

          Jetzt soll es schnell gehen: Kurz nach Nikolaus will sich Olaf Scholz zum Bundeskanzler wählen lassen.

          Der nächste Kanzler : Wie Olaf Scholz aus Gegnern Freunde macht

          Man könnte meinen, Olaf Scholz wäre von Feinden umzingelt: Hier seine Parteichefs, die ihn bekämpft und besiegt hatten. Dort die FDP als Schreckgespenst der Sozialdemokratie. Von wegen.
          Porträt von Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank, auf dem Flur in der Bundesbank in Frankfurt am 07.08.2018.

          Unterschätzte Inflationsgefahr : Am Ende der Macht

          Jens Weidmann verlässt die Deutsche Bundesbank. Das ist verheerend in einer Situation, in der die EZB die Inflationsgefahr unterschätzt.
          Alte Verlegerschule: Assistenten-Ausbildung, ganz ohne Ironie

          Fraktur : Es war ja nur Ironie

          Deshalb wollen wir auch nicht den beleidigten Assistenten spielen. Aber eines muss klargestellt werden: Propaganda können andere besser.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.