https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/iran-gibt-salman-rushdie-die-schuld-am-attentat-18245896.html

Nach Messerattacke : Iran gibt Salman Rushdie die Schuld am Attentat

Mit einem Messer angegriffen: Salman Rushdie 2016 in Le Havre Bild: AFP

Iranische Intellektuelle verurteilen die Messerattacke auf den Schriftsteller – die Teheraner Führung hingegen nicht. Das Attentat könne die Atomverhandlungen gefährden, so die Befürchtung.

          2 Min.

          Der frühere iranische Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini hatte am 14. Februar 1989 eine Todesfatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie erlassen. Dennoch blieben die Reaktionen auf das Attentat in New York bis auf einige Zeitungen der Hardliner zurückhaltend. Denn der Teheraner Führung ist bewusst, dass der Zeitpunkt des Attentats unmittelbar vor einer möglichen Einigung im Atomstreit nicht im Interesse Irans ist.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Der Sprecher des Außenministeriums und damit der Regierung, Nasser Kanaani, hat am Montag bei seiner wöchent­lichen Pressekonferenz das Attentat nicht verurteilt. Er hat jedoch jegliche Beziehung Irans zum Attentäter, wie sie teilweise in westlichen Medien behauptet worden war, dementiert. „Wir kennen ihn nicht“, sagte Kanaani. Andererseits machte er Rushdie „und dessen Freunde“ für das Attentat selbst verantwortlich.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Vieles bleibt geheim:das Gefangenenlager Urumqi Nummer 3 in Dabancheng in der westchinesischen autonomen Region Xinjiang im April 2021

          Keine Debatte über Xinjiang : Da klatscht China Beifall

          Eine Niederlage für den Westen: Im UN-Menschenrechtsrat verhindern Pekings Freunde eine Debatte über den Xinjiang-Bericht. Sogar Kiew verhält sich anders als vom Westen erwartet.