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Konflikt mit Großbritannien : Iran fordert Freigabe des festgesetzten Tankers

  • Aktualisiert am

Der festgesetzte iranische Tanker „Grace 1“ vor Gibraltar Bild: AFP

Teheran hat London im Konflikt um die „Grace 1“ ein „gefährliches Spiel“ vorgeworfen – und abermals mit Konsequenzen gedroht. Die von Großbritannien angeführten juristischen Gründe für die Festsetzung seien vorgeschoben.

          Die Führung in Teheran verlangt von Großbritannien die sofortige Freigabe des vor Gibraltar festgesetzten iranischen Tankers. „Das ist ein gefährliches Spiel und hat Konsequenzen“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Abbas Mussawi, am Freitag der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Die angeführten juristischen Gründe für die Festsetzung seien vorgeschoben und nicht gerechtfertigt. „Die Freigabe des Tankers ist im Interesse aller Länder.“

          Die britische Marine hatte die „Grace 1“ am Donnerstag vergangener Woche vor dem britischen Überseegebiet an der Südspitze Spaniens festgesetzt. Der Tanker soll nach Syrien unterwegs gewesen sein, was ein Verstoß gegen die EU-Sanktionen gegen das Land wäre.  

          Am Donnerstag teilte die Polizei in Gibraltar mit, der Kapitän und der Erste Offizier des Supertankers seien festgenommen worden. Sie würden nun zu den Vorwürfen befragt, hieß es.

          Iran hat bereits mehrfach mit Gegenmaßnahmen gedroht. Der iranische Präsident Hassan Rohani drohte London am Mittwoch, für diesen „törichten Akt“ werde es „die Konsequenzen spüren“. Der Chef des iranischen Generalstabs, General Mohammad Baqeri, hatte zuvor bereits angekündigt, das Vorgehen in Gibraltar werde „nicht unbeantwortet“ bleiben. Man werde zu gegebener Zeit reziprok darauf reagieren.

          Am Donnerstag wies die Führung in Teheran Vorwürfe Großbritanniens zurück, Iran habe einen britischen Öltanker an der Passage durch die Straße von Hormuz hindern wollen. Die Wasserstraße im Persischen Golf ist einer der wichtigsten Schifffahrtswege weltweit.

          Die Vorfälle um die Tanker tragen zu den Spannungen rund um die Uran-Produktion Irans und das auf der Kippe stehende Atomabkommen bei.

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