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Predigt bei Freitagsgebeten : Chamenei zeigt iranischen Demonstranten die kalte Schulter

  • Aktualisiert am

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei predigt während der Freitagsgebete in Teheran. Bild: dpa

Irans oberster Führer formuliert beim traditionellen Freitagsgebet angesichts der jüngsten Proteste eine klare Botschaft. Der Kurs des Landes werde sich nicht ändern.

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          Die jüngsten Proteste in Iran haben nach Worten des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei keine Auswirkung auf den politischen Kurs des Landes. „Das iranische Volk liebt und will den Widerstand gegen die Weltmächte und keine Kapitulation, auch 41 Jahre nach der Revolution“, sagte Chamenei beim Freitagsgebet in Teheran. Irans oberster Führer hatte zum ersten Mal seit acht Jahren wieder das traditionelle Freitagsgebet geleitet.

          „Wir haben keine Angst vor diplomatischen Verhandlungen“, sagte Chamenei. Mit den Vereinigten Staaten und unter Druck wolle man aber nicht verhandeln. Die Reaktion des EU-Trios im Atomstreit habe gezeigt, dass auch auf sie kein Verlass sei. „Wir sollten nicht vergessen, dass sowohl Deutschland als auch Frankreich den Irak im Krieg gegen uns (1980-88) unterstützt haben“, so der Ajatollah.

          Millionen von Menschen seien zur Trauerfeier für den getöteten Al-Quds-Kommandeur Qassem Soleimani auf die Straße gegangen, sagte Chamenei. Einige Hunderte, die ihn mit ihren Parolen beleidigt hätten, seien von feindlichen Medien im Ausland getäuscht worden. Sie würden den Willen des Volkes nicht ändern können, so der Ajatollah, der laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat.

          Nach dem Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine durch das iranische Militär gab es in Teheran und weiteren Städten Proteste gegen den politischen Kurs im Land – und auch gegen die iranische Führung.

          Medienangaben zufolge nahmen Zehntausende am Freitagsgebet teil und bekräftigten die Aussagen Chameneis mit Parolen wie „Tod den USA“ und „Keine Kompromisse, keine Kapitulation, nur Kampf gegen die USA“. Das Freitagsgebet wurde auf mehreren Kanälen des Staatsfernsehens live übertragen.

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