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Irak : Tote nach Raketen-Angriff auf Bagdader Flughafen

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Anhänger und Demonstranten der schiitischen Miliz im Irak stehen am 1. Januar mit Fahnen vor der Botschaft der Vereinigten Staaten, nachdem sie ein Feuer gelegt haben. Bild: dpa

Beim Bagdader Flughafen schlagen Raketen ein, mindestens vier Menschen kommen nach irakischen Angaben ums Leben. Unter den Opfern sind auch ein hoher iranischer General und der Vizechef pro-iranischer Milizen.

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          Bei einem Raketenangriff auf den Internationalen Flughafen von Bagdad sind nach irakischen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Die Geschosse vom Typ Katjuscha seien in der Nacht zum Freitag neben der Frachthalle eingeschlagen, teilten Sicherheitsbeamte mit. Zwei Autos seien zudem in Brand geraten. Wer die Raketen abfeuerte, war zunächst unklar.

          Nach Informationen des irakischen Fernsehens ist bei dem Angriff auch der einflussreiche iranische General Kassem Soleimani getötet worden. Nach Angaben aus irakischen Sicherheitskreisen wurde zudem der Vizechef der pro-iranischen Hasched-al-Schaabi-Milizen, Abu Mehdi al-Muhandis, getötet. Die Raketen hatten offenbar einen Konvoi der Milizen getroffen.

          Angriff als Vergeltungsschlag

          Zuletzt haben sich die Spannungen in der Region erheblich verschärft. Hintergrund ist die Erstürmung der amerikanischen Botschaft in Bagdad durch Mitglieder der Miliz Hisbollah-Brigaden und deren Unterstützer am Dienstag. Die Angreifer schlugen Fenster ein und verwüsteten den Empfangsbereich. Es handelte sich um eine der schwersten Attacken auf eine diplomatische Einrichtung der Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren. Berichte über Verletzte gab es nicht.

          Grund für die Attacke waren Luftangriffe am Wochenende, bei denen 25 Kämpfer der Hisbollah-Brigaden getötet wurden. Die Militäraktion war ein Vergeltungsschlag für einen Raketenangriff auf eine irakische Militärbasis vergangene Woche, bei dem ein amerikanischer Auftragnehmer umkam. Die Attacke schrieb Washington der Miliz zu, die vom Iran unterstützt wird.

          In einer Reaktion auf die Erstürmung der Botschaft in Bagdad ordnete Präsident Donald Trump die Verlegung von rund 750 amerikanischen Soldaten in den Nahen Osten an. Er hat Iran für die Eskalation im Irak verantwortlich gemacht.

          Erst am Donnerstag hatte Amerikas Verteidigungsminister Mark Esper vor weiteren Angriffen Irans oder mit ihm verbündeter Milizen auf amerikanische Einrichtungen im Nahen Osten gewarnt. Es gebe Anzeichen für weitere „Provokationen“, sagte er, ohne dies näher zu erläutern. Gegebenenfalls werde man einen Präventivschlag führen.

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