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Irak : Riesiges Waffenlager im Irak entdeckt

  • Aktualisiert am

Einer der Eingänge zum Waffenlager Bild: AP

Das amerikanische Militär hat in der Wüste nördlich von Karmah bei Falludscha das bisher größte Waffenversteck entdeckt. Es liegt unter der Erde und soll so groß sein wie sechs Fußballfelder.

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          Amerikanische und irakische Soldaten haben nach amerikanischen Medienberichten ein riesiges unterirdisches Waffenversteck von Aufständischen entdeckt.

          Wie der Sender CNN am Sonntag unter Berufung auf das amerikanische Militär berichtete, ist der Bunker so groß wie sechs Fußballfelder. In der rund 45.000 Quadratmeter großen Anlage in der Wüste nördlich von Karmah bei Falludscha seien große Mengen an Waffen und Munition gefunden worden. Es sei das größte Waffenlager, das seit einem Jahr entdeckt worden sei.

          Mutmaßlicher Stellvertreter Zarqawis festgenommen

          Wie der Sender weiter berichtete, nahmen Sicherheitskräfte zudem einen mutmaßlichen Stellvertreter des Terroristen Abu Mussab al Zarqawi fest. Mullah Mehdi sei zusammen mit fünf weiteren Verdächtigen am späten Freitag abend in Mossul festgenommen worden, berichtete CNN. Unter ihnen soll auch Mehdis Bruder sein. Bei den anderen handele es sich um drei Iraker und einen Syrer, sagte ein irakischer Militärsprecher. Mehdi soll der Extremistengruppe Ansar al Sunna angehören und im Auftrag von Zarqawi Anschläge ausgeführt haben.

          Soldaten sortieren einen Teil des Fundes

          Nach Angaben der irakischen Regierung muß Saddam Hussein in dem im Sommer erwarteten Prozeß mit der „Höchststrafe“ rechnen. Das könnte lebenslange Haft oder ein Todesurteil bedeuten. Der Prozeß soll sich auf zwölf Anklagepunkte konzentrieren. Gegen ihn könnten zwar bis zu 500 Anklagepunkte geltend gemacht werden, das würde das Verfahren aber nur unnötig in die Länge ziehen, sagte am Sonntag ein Regierungssprecher in Bagdad.

          Noch kein Termin für Saddams Prozeß

          Der Vorsitzende Richter in dem Prozeß, Raid Dschuhi, sagte, Saddam Hussein würden die Ermordung politischer Gegner, Giftgasangriffe auf Kurden, der Überfall auf Kuweit und die Unterdrückung kurdischer und schiitischer Aufstände vorgeworfen. Dschuhi sagte am Samstag in einem Interview der in London erscheinenden Zeitung „Shark al Awsat“, die Stimmung Saddam Husseins sei schlechter geworden, seit dieser von der umfangreichen Anklagen gegen ihn erfahren habe. Saddam Hussein werde in einigen Punkten allein, in anderen zusammen mit weiteren Angeklagten vor Gericht gestellt werden. Ein Termin für den Prozeß steht noch nicht fest. Nach Dschuhis Angaben könnte er aber in den kommenden zwei Monaten beginnen.

          In Arbil nahm am Samstag, mehr als vier Monate nach den ersten freien Wahlen, das kurdische Regionalparlament seine Arbeit auf. Zwei irakische Soldaten wurden am Sonntag bei dem bislang ersten Zusammenstoß mit Kämpfern der kurdischen Peschmerga-Miliz getötet. Bei Anschlägen kamen am Wochenende mehrere irakische Soldaten und Polizisten ums Leben. Bei Razzien töteten amerikanische und irakische Soldaten drei mutmaßliche Aufständische.

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