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Irak : Medien: Weitere „Massenentführung“ in Bagdad

  • Aktualisiert am

Die Opfer einer Schießerei in Bagdad werden weggebracht Bild: AP

Extremisten sollen im Irak mehrere Kleinbusse gestoppt und etwa 60 Menschen verschleppt haben. Bei Anschlägen wurden zehn Menschen getötet. Ein amerikanischer Marine muß wegen Mordes im Irak hinter Gitter.

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          Zwei Tage nach der Entführung Dutzender Menschen aus einem Institut in Bagdad sollen Extremisten am Donnerstag ebenfalls in der irakischen Hauptstadt etwa 60 Menschen verschleppt haben. Der staatliche Fernsehsender Al Irakija meldete, Geiselnehmer hätten im Westteil Bagdads sechs Kleinbusse gestoppt und alle Fahrgäste entführt. Auch die Busse hätten sie mitgenommen.

          Kurze Zeit später wurden laut dem Sender Dutzende Leichen gefunden, bei denen es sich um die Entführten handeln soll. Die Busse waren am Morgen in dem vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil Kadhimija abgefahren. Das irakische Verteidigungsministerium will mit der Wiedererrichtung von Straßensperren in West-Bagdad derartige Verbrechen künftig verhindern.

          Unterdessen bleiben Angaben über die „Massenentführung“ am Dienstag aus dem Institut für Kulturforschung umstritten. Während es im Bildungsministerium am Donnerstag hieß, es seien immer noch etwa 80 von insgesamt 150 Entführten verschollen, erklärte das Innenministerium, bis auf zwei seien alle Geiseln freigekommen. Dieser Version schloß sich auch Ministerpräsident Nuri al Maliki an. Das Bildungsministerium wird von einem Sunniten geführt, während das Innenministerium unter der Leitung eines Schiiten steht. Die Entführten waren mutmaßlich allesamt Sunniten. Bildungsminister Abd Dhiab sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters, eine Reihe der Entführten sei mißhandelt und umgebracht worden.

          Trauer in der Bäckerei im Stadtteil Sajuna

          Weitere Anschläge und Kämpfe

          Bei Angriffen von Extremisten wurden in Bagdad am Donnerstag zudem zehn Menschen getötet. Nach Polizeiangaben wurden sieben in einer Bäckerei im Stadtteil Sajuna erschossen. Drei Iraker kamen bei der Explosion einer Autobombe und eines mit Sprengstoff präparierten Mofas um.

          In Kämpfen sind am Dienstag und Mittwoch zudem vier weitere amerikanische Soldaten getötet worden, wie die Streitkräfte am Donnerstag mitteilten. Somit verloren seit Anfang des Monats mindestens 44 amerikanische Soldaten ihr Leben, seit Beginn des Irak-Krieges vor drei Jahren waren es 2863. Laut Armeeangaben hat die Luftwaffe zudem am Donnerstag mehrere Gebäude in Al Jussifija südlich von Bagdad bombardiert und dabei neun Terroristen getötet, von denen mehrere Sprengstoffwesten getragen haben sollen.

          Marine wegen Mordes verurteilt

          Unterdessen ist ein geständiger Soldat der amerikanischen Marines wegen Beteiligung an der Ermordung eines 52 Jahre alten Irakers zu 18 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Wie ein Militärgericht im kalifornischen Camp Pendleton am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte, ist das Strafmaß davon abhängig, ob der 20 Jahre alte Jon Jodka seine Zusage erfüllt, bei der weiteren Aufklärung des Mordfalls behilflich zu sein. Anderenfalls werde das Strafmaß um weitere dreieinhalb Jahre erhöht.

          Der Iraker und elffache Vater Haschim Ibrahim Awad war am 26. April in Hamdanija im Norden von Bagdad umgebracht worden. Insgesamt sieben Soldaten der Marines und ein Krankenpfleger sollen an der Tat beteiligt gewesen sein. Jodka legte ein Geständnis ab und entschuldigte sich bei den Angehörigen des Opfers. Die 189 Tage der Untersuchungshaft sollen auf seine Strafe angerechnet werden. Zuvor hatte bereits der Krankenpfleger Melson Bacos ein Geständnis abgelegt und sich zu einer Zeugenaussage bereit erklärt. Sein Strafmaß wurde auf ein Jahr Haft festgesetzt.

          Zudem hat sich der amerikanische Soldat James Baker vor einem Militärgericht schuldig bekannt. Ihm wird vorgeworfen, ein 14 Jahre altes Mädchen vergewaltigt und dann ebenso wie deren Eltern und eine 6 Jahre alte Schwester getötet zu haben. Der 23 Jahre alte Mann soll die Tat zusammen mit anderen Soldaten im März in Mahmudija begangen haben. Ein Datum für den Urteilsspruch gab es zunächst noch nicht.

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