https://www.faz.net/-gpf-7xnfi

Irak-Krieg : Untersuchung entlastet Armee von Folter- und Mordvorwürfen

  • Aktualisiert am

Der frühere Richter Thayne Forbes leitete die aufwendige Untersuchung Bild: Reuters

Ein Untersuchungsbericht entlastet die britische Armee vom Vorwurf, im Jahr 2003 Aufständische in einem Armeelager im Süden des Iraks gefoltert und ermordet zu haben. Allerdings gab es Verstöße gegen die Genfer Konvention.

          1 Min.

          Eine Untersuchung hat die britische Armee vom Vorwurf entlastet, im Südirak gefangene Rebellen gefoltert und ermordet zu haben. Der frühere Richter Thayne Forbes kam in seinem am Mittwoch vorgelegten Bericht zu dem Schluss, dass die Toten im Mai 2004 nicht in Haft starben, sondern zuvor bei einem Gefecht zwischen britischen Soldaten und Aufständischen getötet wurden. Allerdings befand er, dass britische Soldaten einige der inhaftierten Kämpfer misshandelten und somit gegen die Genfer Konventionen verstießen.

          Die Untersuchung war nach einem Gefecht nahe der Stadt Madschar al Kabir im Südwesten des Iraks eingerichtet worden. Damals waren britische Truppen, die nach der amerikanischen Invasion im März 2003 die Kontrolle im Süden des Irak ausübten, in einen Hinterhalt geraten. Anschließend waren Vorwürfe aufgekommen, dass mindestens 20 gefangene Aufständische im Armeelager Abu Nadschi ermordet worden seien. Anwälte der Kläger gestanden später aber ein, dass es keine ausreichenden Beweise für diese Vorwürfe gebe.

          Forbes erklärte nun, die Vorwürfe von Mord und Folter basierten auf „bewussten Lügen, rücksichtslosen Spekulationen und tief verwurzelter Feindschaft“. Für die Untersuchung, die nach dem bei den Kämpfen getöteten Soldaten Hamid al Sweadi benannt war, wurden seit März 2013 fast 300 Zeugen befragt. Sie kostete fast 25 Millionen Pfund (32 Millionen Euro).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Präsident Donald Trump am 10. Oktober auf dem Balkon des Weißen Hauses

          Druck auf Impfstoff-Hersteller : Trump im Nacken

          Der amerikanische Impfstoffhersteller Pfizer steht bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff an vorderster Front. Konzernchef Bourla spürt viel Druck aus dem Weißen Haus, vor der Wahl gute Nachrichten zu liefern.
          Biden-Unterstützerin bei einer Rally in der Kleinstadt Boca Raton, Florida

          Wählergruppe der Suburban Moms : Was Vorstadtmütter wirklich wollen

          Weiße Frauen der oberen Mittelschicht sind in Amerika eine umkämpfte Wählergruppe. Aber Donald Trumps Vorstellung einer Mutter aus der Vorstadt stammt aus den Fünfzigern – das könnte ihn diese wichtigen Stimmen kosten.

          Zum Tod des Schauspielers : Der höfliche Mister Connery

          Sean Connery wirkte dank seines Körpers rauh und barbarisch, doch er konnte auch zivilisiert auftreten. Um zu überzeugen, musste er stets nur er selbst sein. Mit 90 Jahren ist er nun gestorben.
          Unbedrängt bis vor das Kölner Tor: Münchens Serge Gnabry hat es leicht.

          Fußball-Bundesliga : Der FC Bayern macht, was er will

          Auch ohne Starstürmer Robert Lewandowski ist der FC Bayern derzeit nicht aufzuhalten. In Köln gibt es die nächsten drei Punkte – auch weil dem Gegner teilweise haarsträubende Fehler unterlaufen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.