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Eskalation im Irak : Amerikanisches Militär tötet ranghohen iranischen General

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Auch der iranische Präsident Hassan Ruhani kündigte Vergeltung an. „Zweifellos werden Iran und andere unabhängige Staaten dieses schreckliche Verbrechen der Vereinigten Staaten rächen“, erklärte Ruhani in einem Kondolenzschreiben. Diese feige Tat zeige die Verzweiflung der amerikanischen Nahostpolitik. Außenminister Mohammed Dschwad Zarif twitterte: „Die Ermordung General Soleimanis war extrem gefährlich und wird zu einer Eskalation der Krise führen.“

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu brach wegen der Lage im Irak seinen Besuch in Griechenland ab, um die aktuellen Entwicklungen zu verfolgen, wie sein Büro am Freitag mitteilte. Der Regierungschef wäre planmäßig erst am Samstag nach Israel zurückgereist. Das Land befindet sich nach dem Vorfall im Irak in erhöhter Alarmbereitschaft. Israel und Iran sind Erzfeinde. Teheran hat in der Vergangenheit mit Vergeltungsschlägen gegen den amerikanischen Verbündeten Israel gedroht.

Amerikanische Politiker debattierten in der Nacht zum Freitag über die Rechtmäßigkeit des Angriffs in Bagdad und seine möglichen Folgen. Die Demokraten werfen Trump vor, ohne Zustimmung des Kongresses gehandelt zu haben.

Der amerikanische Verteidigungsminister Mark Esper hatte am Donnerstag in Washington mit Blick auf die jüngsten gewaltsamen Proteste an der Botschaft in Bagdad erklärt, es gebe Hinweise, dass Iran oder dessen verbündete Kräfte weitere Attacken planen könnten. Falls es dazu kommen sollte, würde Amerika reagieren.

Die Vereinigten Staaten und Iran sind seit langem in einen schweren Konflikt verwickelt. Washington ist aus dem Atomabkommen mit Iran ausgetreten und versucht die Wirtschaft des Landes, insbesondere den Finanz- und Energiesektor, abzuwürgen. Damit wollen die Vereinigten Staaten Iran zum Rückzug aus Nachbarländern bewegen. Die Amerikaner beschuldigen die Iraner außerdem, Terrorismus zu fördern. In den vergangenen Monaten stand der Konflikt zwischen beiden Ländern mehrfach vor einer militärischen Eskalation.

Insbesondere der Irak ist seit längerem Schauplatz des Konflikts zwischen den Amerika und Iran. In dem Krisenland sind rund 5000 amerikanische Soldaten im Einsatz, die die irakische Armee im Kampf gegen die sunnitische Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) unterstützen. Die als Volksmobilisierungskräfte bekannten irakischen Milizen wiederum pflegen enge Beziehungen zu Iran. Sie unterstehen offiziell Regierungschef Adel Abdel Mahdi, agieren aber weitestgehend unabhängig und besitzen auch starken politischen Einfluss. Die Schiitenmilizen waren im Kampf gegen den IS engagiert.

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Am vergangenen Wochenende war es zur bislang gefährlichsten Eskalation gekommen, als die amerikanische Armee die irakische Miliz Kataib Hizbullah bombardierte. Washington beschuldigte die Milizen, mehrfach amerikanische Soldaten und amerikanische Bürger im Irak angegriffen zu haben.

Als Reaktion auf den Angriff waren am Dienstag Hunderte Demonstranten in Bagdads besonders gesicherte Grüne Zone eingedrungen, um die amerikanische Botschaft zu stürmen. Zur Abschreckung verstärkten die Vereinigten Staaten ihre Militärpräsenz in der Region. Washington macht Iran für die Proteste verantwortlich. Teheran wies den Vorwurf vehement zurück.

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