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Irak : Französische Journalistin Aubenas wieder in Freiheit

  • Aktualisiert am

Florence Aubenas: Glückliches Ende einer Geiselnahme Bild: Reuters

Nach mehr als fünfmonatiger Geiselhaft sind die im Irak entführte französische Journalistin Florence Aubenas und ihr irakischer Dolmetscher wieder frei. Das französische Außenministerium will sich nicht dazu äußern, ob Lösegeld gezahlt wurde.

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          Nach mehr als fünfmonatiger Geiselhaft im Irak ist die französische Journalistin Florence Aubenas wieder in Freiheit. Die Reporterin und ihr Fahrer und Dolmetscher Hussein Hanun seien am Samstag nachmittag freigekommen, teilte die Pariser Zeitung „Libération“, für die Aubenas schreibt, am Sonntag mit. „Florence ist bei guter Gesundheit“, sagte Redaktionschef Antoine de Gaudemar.

          Das französische Außenministerium erklärte, Aubenas werde am Sonntag abend in Paris zurückerwartet. Hanun sei bei seiner Familie im Irak. Außenminister Philippe Douste-Blazy werde Aubenas auf Zypern empfangen. Sie sei „verrückt vor Freude“, erklärte Sylvie Aubenas, die Schwester der Journalistin.

          15 Millionen Dollar Lösegeld?

          Die Entführung der 44 Jahre alten Reporterin am 5. Januar hatte in Frankreich große Betroffenheit und eine Welle der Solidarität ausgelöst. Täglich erinnerten die Zeitungen an ihr Schicksal. Am Pariser Rathaus wurde ein großes Porträt von ihr aufgehängt und zahlreiche Solidaritätskundgebungen lösten einander ab.

          Aubenas gezeichnet: Mit diesen Videobildern schockten ihre Kidnapper am 1. März

          Der Generalsekretär der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen, Robert Ménard, hatte am Samstag erklärt, im Januar hätten Vermittler 15 Millionen Dollar Lösegeld für die beiden Geiseln gefordert. Er nahm die Aussage aber nach Intervention des Außenministeriums zurück.

          Erfahrene Krisenreporterin

          Aubenas gilt als sehr gewissenhafte Journalistin mit langer Irak- Erfahrung und der Fähigkeit, „Leute zum Sprechen zu bringen“. Die in Belgien geborene Tochter eines EU-Diplomaten und einer Filmkritikerin arbeitet seit 1986 für die linksliberale Pariser Zeitung „Libération“.

          Sie berichtete aus vielen Konfliktgebieten von Ruanda über das Kosovo bis Afghanistan. Aubenas schrieb Bücher über Ruanda und den Irak sowie - mit dem Philosophen Miguel Benasayag - über die Globalisierungskritiker und die Informationsverarbeitung in den Medien. Zu ihrer letzten Irakreise war Aubenas am 16. Dezember in Bagdad eingetroffen.

          40 Aufständische bei Luftangriffen getötet

          Bei Luftangriffen der amerikanischen Streitkräfte sind am Samstag im Irak nach Angaben der Armee rund 40 Aufständische getötet worden. Es seien sieben Präzisionsschläge auf Vororte der Stadt Karabila im Westen des Landes ausgeführt worden, erklärte das amerikanische Militär. Die Maschinen hätten Marineinfanteristen bei Gefechten mit mehreren großen Rebellen-Gruppen unterstützt. Opfer unter den amerikanischen Soldaten habe es nicht gegeben. Auch gebe es keine Berichte über Opfer unter der Zivilbevölkerung, teilte die Armee weiter mit. Die Angaben konnten zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.

          Nach Tagen relativer Ruhe war es zuvor zu einer ganzen Serie von Anschlägen Aufständischer gekommen. Insgesamt meldeten die Behörden am Samstag 36 Todesopfer. In Bagdad wurden drei Polizisten bei einem Selbstmordanschlag auf eine Elite-Einheit der Sicherheitskräfte getötet. Die meisten Opfer gab es in der Nacht auf Samstag bei einem Anschlag in einem Schiiten-Viertel in Bagdad: Eine Autobombe tötete elf Menschen und verletzte 29.

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